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Patientin, 64 Jahre alt, verheiratet, Mutter von ft Kindern, leidet seit über 20 Jahren an schwerer Konversionsbysterie.
Sie hat schon als vierjähriges Kind Genitalonanie getrieben und dies bis in ihr 30. Lebensjahr, auch noch nach ihrer Verheiratung fortgesetzt. Sie war beim Koitus immer anästhetisch. Die Elternkomplexe waren eigentlich nur sehr wenig verdrängt worden. Es genügte eine kurze Aufklärung, um das volle Verständnis der Patientin zu erzielen.
Gleich in den ersten Stunden teilte sie mir eine Phantasie mit, die zuerst mit kleinen Variationen wiederholt in Träumen und später dann auch im Wachen zwangsartig auftrat.
Die Phantasie lautet: „Ich befinde mich am Grabe meiner Mutter und quäle mich, mit Händen und Fingernägeln die tote Mutter herauszuwühlen. Der Vater steht dabei und lacht, bis ihm die Tränen kommen.“ Ich machte die Patientin aufmerksam, daß ihr Vater lange Zeit vor der Mutter gestorben war, daß in Wirklichkeit also, die erst später gestorbene Mutter wohl am Grabe des Vaters stehen konnte, nicht aber umgekehrt, wie es die Phantasie zur Darstellung bringt. „Da scheint also ein Wunsch angedeutet zu sein.“ „Natürlich“, sagte die Patientin, „habe ich mir, wenn ich mit der Mutter auf dem Friedhofe war, oft gedacht, daß lieber der Vater hätte am Leben bleiben und die Mutter sterben sollen.“
Das ist also einer jener Fälle, bei denen schon der manifesto Traum einem Wunschgedanken zum Ausdrucke verhilft, zwar einem konfliktbetonten, aber immerhin doch einem klar bewußten.
Natürlich war damit das Wesentliche dos latenten Trauminhaltes keineswegs aufgedeckt: erst die Analyse ergab die tieferen Schichten der Traumgedanken und ich möchte gleich von vornherein im Interesse der Glaubwürdigkeit der Symboldeutung konstatieren, daß die nun folgende analytische Arbeit von der Patientin ganz selbstständig, ohne meine Mithilfe geleistet wurde. Zuerst kamen die Einfälle zu dem Traumstücke, in dem sie die tote Mutter mit den Nägeln aus dem Grabe wühlen will. Es fällt ihr daz