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Wenn jemals bezüglich eines Werkes die abgedroschene Phrase, es „fülle eine empfindliche Lücke aus“, mit Hecht angewendet wurde, — von der vorliegenden Arbeit der Frau Dr. v. Hug-Hellmuth kann es tatsächlich mit wissenschaftlicher Exaktheit behauptet und erwiesen werden.
Wie viele Bände sind schon über das Seelenleben des Kindes geschrieben worden, aber beinahe keine einzige der umfangreichen Arbeiten hat die Äußerungen des infantilen Sexualtriebes nach Gebühr in den Kreis ihrer Betrachtungen gezogen. Die notwendig auszufüllende Lücke war die wissenschaftliche Erforschung und Darstellung des sexuellen Momentes, „das trotz der Vordringlichkeit, mit der es sich bemerkbar macht, von den Autoren übersehen oder mit Stillschweigen übergangen wird.“
Der Pfadfinder auf diesem Gebiete war, wie ja bekannt, Prof. Freud; aber „wenn seine Lehren auch in einem Kreise von Fachmännern und in der Welt der gebildeten Laien mächtig Wurzel schlugen, soweit sie von der Psyche der Erwachsenen handeln, so tritt doch hier wie dort ein heftiger Widerstand zu Tage, sobald das Kind mit einbezogen erscheint in die Gesetzmäßigkeit dieser Theorie. Das kleine Kind gilt als asexuell. mögen die Äußerungen seines Geschlechtstriebes eine noch so beredte Sprache führen.“ …….. „ „In den „drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ bezeichnet Freud die infantile Amnesie als einen der Gründe für die auffallende Außerachtlassung des sexuellen Momentes in den Schriften über das Seelenleben des Kindes, als einen anderen ein absichtliches Übergehen dieser Triebäußerung seitens der Autoren, veranlaßt durch konventionelle Rücksichten infolge ihrer eigenen Erziehung. „Es ist in der Tat kaum anzunehmen“ sagt Frau Dr. v. Hug-Hellmuth, „das Forschern wie Preyer, Stern u. a. wirklich alle sexuellen Regungen der von ihnen beobachteten Kinder entgangen wären, da dieselben doch deutlich genug hervortraten.“
Zur Zeit, als Prof. Freud seine „drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ schrieb, hatte er seine Erkenntnisse über die infant