You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Erscheinung der Periodizität des Auftretens von Zwangsvorstellungen ist schon einigen Beobachtern aufgefallen. Der Autor schließt aus diesem rezidivierenden Auftreten auf außerordentlich enge innere Beziehungen dieser Fälle zur manisch-depressiven Anlage. Die Zwangsvorstellungen stellen lediglich das Symptom dar, das den au Depression Erkrankten am meisten beunruhige und deshalb von ihm in den Vordergrund gestellt werde. Die psychische Depression (Kleinheitsgefühle, Entschlußunfähigkeit, Gefühlsabstumpfung, Selbstvorwürfe u. a.) sei — entgegen den Angaben der Patienten — nicht sekundär. Auch manische Züge wurden von B. bei Zwangsvorstellungskranken beobachtet, sowie häufige periodische Depressionen und manisch-depressiven Erkrankungen in der Aszendenz und Konsanguinität. Das nichtperiodische, von Jugend auf Jahrzehnte lang bestehende chronische Zwangsdenken — wird mit den „konstitutionellen Depressionen“ in Analogie gebracht. Anscheinende Heilerfolge an den Zwangskranken seien nur dann erzielbar, wenn die Krankheit nach den unbekannten Gesetzen des endogenen Prozesses spontan ihrem Endo zuneige. — Wer die Aufklärungen verfolgt, welche die Psychoanalyse für die genannten Zustände erbringt, kann sich diesem pessimistisch-nihilistischen Standpunkt gegenüber nur ablehnend verhalten und den Forschungen nach der Psychogenese der Zwangserscheinungen und der Psychotherapie derselben weiter nachgehen.
Dr. E. Hitschmann.