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In dem Roman E. T. A. Hoffmanns „Kater Murr“ wird bei der Schilderung jener Lebensepoche, in der der geniale Kater die Burschenherrlichkeit kennen lernt, ein Ausdruck der Studentensprache zitiert, der mir durch seine Unverständlichkeit sehen längst aufgefallen ist. Die Methode, den auf das Kneipen am nächsten Morgen folgenden Katzenjammer durch du — Trinken einiger Schnäpse zu kurieren, wird als „Haare auflegen“ bezeichnet. Durch Zufall bekam ich eines Tages die Erklärung in die Hand, nach welcher die Redensart einen letzten Überrest, ein „survival“ einer bei den germanischen Völkern einst geübten Prozedur aus dem Bereiche der „kontagiösen Magie“ (vgl. den Aufsatz von Prof. Freud über dieses Thema in Imago, H. IV, Jhrg. ) darstellte. Der Abstand scheint groß genug und läßt sich doch leicht überwinden. Zunächst existiert eine englische Version der Redensart, die den zu Grunde liegenden Gedanken schon weit besser erkennen läßt. Von einem, der die unangenehmen Folgen eines Trinkexzesses durch neuen Alkoholgenuß zu beheben sucht, sagt man: „He takes a hair of the dog that bit him.“ „Er nimmt ein Haar von dem Hund, der ihn gebissen hat.“ In diesem Sinne kommt die Wendung z. B. in Bernaby Rudge von Ch. Dickens vor (Cap. LII). Die homöopathische Methode jener Kur wird also mit dem Fall in Parallele gestellt, daß man gegen den Biß eines Hundes eines von seinen Haaren als Heilmittel anwendet Das wäre allerdings ein Musterfall der „kontagiösen Magie“, aber es wäre wohl zu kühn, aus einer gleichnisweisen Redensart die ehemalige Realität des Gleichnisses abzuleiten. Den Beweis, daß es sich „weder um eine Methapher noch um einen Scherz“ handelt, liefert der englische Ethnologe Edward B. Tylor in seinem Werke: „Primitive Culture“ (4. Aufl., S. 84.) durch Heranziehung einer Stelle des Hâvamâl, jenes Eddaliedes, in welchem Wotan seine weisen Lehren erteilt. Dort heißt es (Hâv. 138): „Hundehaar heilt Hundebiß“.
Schließlich sei noch auf jene Fabel von Lessing hingewiesen, in der ein v