You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
berichtet im vierten Buche seiner Selbstbiographie Folgendes (Cap. 9, zitiert nach der Übersetzung Goethes): „Auch war ein Teil meiner Besoldung rückständig geblieben and ich dachte nicht diesen Rest jemals zu erhalten, denn es waren schon drei Jahre verflossen. Aber der Herzog fiel in eine gefährliche Krankheit und konnte in 48 Stunden das Wasser nicht lassen. Als er nun merkte, daß ihm die Ärzte mit ihren Mitteln nicht helfen konnten, wendete er sich vielleicht zu Gott und beschloß, daß jeder seinen Rückstand erhalten solle, da wurde ich denn auch bezahlt.“ — Wir werden es nicht für Zufall halten, daß der Fürst, dem so viele Wege Gottgefälliges zu tun, offen standen, gerade jenen wühlte, bei dein er etwas allzulang Zurückgehaltenes von sich lassen, d. h. also das lang ersehnte Ereignis als bereits eingetreten darstellen konnte. Die symbolische Vertretung der Exkremente durch Geld und umgekehrt ist uns bereits durch zahlreiche Quellen — Traumdeutung, Märchen, Sprichwort, Volks- und Gaunerbräuche — hinreichend vertraut geworden. Bemerkenswert in unserem Fall ist die durch Schmerzen und Todesangst bewirkte Regression auf eine Symbolik, die dem Unbewußten angehört und sich beim Erwachsenen sonst im Wachzustande nicht durchsetzen kann.
Dr. Hanns Sachs.