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Das monatlich erscheinende Organ der Pariser psychiatrischen Gesell schaft hat sich in diesem Jahre sehr eifrig mit der Psychoanalyse beschäftigt. Zwei große Artikel „Nevrose et sexualité“ des Genfer Arztes Louis Ladame sind fast ausschließlich der Darstellung und Kritik der Freudschen Neurosenlehre gewidmet. Ladame geht von Charcots Ansichten aus und weist auf die notwendigen Ergänzungen und Berichtigungen der Lehren des französischen Meisters hin. Er gibt eine Übersicht über Formen und spezielle Ätiologie der Psychoneurosen vom Standpunkte der Psychoanalyse. Der Autor wendet sich gegen den angeblichen Mißbrauch des Begriffes „Sexuell“ in der Psychoanalyse, Der Wortsinn hängt seiner Ansicht nach nicht von uns ab, sondern führe ein selbständiges Leben. Es dürfte dem Autor schwerfallen, von diesem seinem Standpunkte aus den Bedeutungswandel, die Umfangserweiterungen und -verengungen zu erklären. Es hat zuerst den Anschein, als stimme Ladame Freuds Ansichten über die sexuelle Ätiologie der Psychoneurosen zu. Wenigstens kehrt er sich gegen Oppenheims Standrede, in welcher die Psychoanalyse als moderne Tortur bezeichnet wird; seine persönlichen Erfahrungen lassen ihn oft dazu kommen, die sexuelle Pathogenese der Neurosen zu erkennen. (So behandelte er einen Angstneurotiker, der mit seiner Frau mutuelle Onanie trieb, weil sie einen Herzfehler hatte und er durch religiöse Skrupel gehindert war, Antikonzeptionsmittel zu gebrauchen.) Man ist erstaunt, daß Ladame gegen Ende seiner Ausführungen entschieden Stellung gegen die Psychoanalyse nimmt und kann es nur verstehen, wenn man genau verfolgt, welchen Weg sein Protest einschlägt Einer seiner Haupteinwände richtet sich gegen den Wunsch Freuds, daß der Menschheit bald ein sicheres, ungefährliches und nicht störendes Antikonzeptionsmittel geschenkt werde. Diese Entdeckung wäre nicht eine Wohltat für die Menschheit, sondern „im Gegenteil der sichere Anfang ihres sicheren und unheilbaren Unterganges“. Er begrüßt die Bestrebungen