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Ein 40jähriger protestantischer Pfarrer, seit acht Jahren kinderlos verheiratet, koitiert normal, doch hat er trotz bis zu gegenseitiger Erschöpfung fortgesetzter Friktionen keine Ejakulation, Onanie 2-3mal vor dem 15. Lebensjahr, dann bis zum 32. Jahre aus sittlichen Gründen Totalabstinenz. Während dieser Zeit vereinzelte nächtliche Pollutionen mit erotischen Träumen und Orgasmus. In der Hochzeitsnacht bestand Erektionsschwäche, so daß die Defloratio unmöglich war; nach einigen Tagen Besserung, so daß normaler Verkehr stattfinden konnte Beim Koitus hat er niemals Ejakulation, dagegen bei Masturbation. Das Ejakulat ist normal und enthält lebendige Spermatozoon.
Organische Ursachen, als: Obliteration des Duct, ejaculat, Strictures, Deviation der Samenleiterausgänge, Veränderungen am Collie, seminalis ausgeschlossen, keine Spermatorrhoe. Die Diagnose lautet daher auf nervösen oder psychischen Aspermatismus, der (nach Orlowski) angeboren sein oder (nach Moll) von Frigidität wegen Nichtgebrauch herrühren kann. Zwischen den Ehegatten besteht große gegenseitige körperliche und geistige Sympathie. Verfasser behandelte den Patienten mit epiduralen Injektionen von Johimbin mit Kochsalz; das Resultat war null.
Er veröffentlicht den Fall wegen seiner Seltenheit und wegen der Möglichkeit, Therapievorschläge zu erhalten. Die dürften ihm werden, sofern er es nicht verschmäht, die psychanalytische Literatur zur Kenntnis zu nehmen: Die Vorgänge in der Hochzeitsnacht, die Anamnese weisen auf die psychischen Wurzeln hin und die psychanalytische Therapie dürfte indiziert sein.
Dr. Margarete Stegmann, Dresden.