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Verfasser kommt zum Schluß, daß die physikalische Behandlung bei einzelnen Zweigen der sexuellen Impotenz (nämlich bei den psychischen) wenig oder gar nicht wirksam sei. Er erinnert an die große Bedeutung der Prophylaxe. „Schon vor der Pubertätszeit, namentlich aber während dieser, müssen die aufzuklärenden Eltern im Vereine mit dem Hausarzt — nicht nur wenn hereditäre Belastung vorliegt — ein wachsames Auge auf die heranwachsende Jugend werfen und durch Abhärtung, Schwimmen, Turnen, Sport sowie durch zweckentsprechende Ernährung und Kleidung den jugendlichen, in der Entwicklung befindlichen Körper zu stählen suchen. Was weiterhin erforderlich ist, kann in der Gesamtbezeichnung der sexuellen Aufklärung zusammengefaßt werden.“
Verfasser zählt die verschiedenen Situationen auf, in denen psych. Impotenz vorkommt: Ehekandidaten, welche bezweifeln, ob sie den ehelichen Pflichten genügen können; Männer, die der eigenen Frau gegenüber versagen, fremden gegenüber aber nicht, Impotenz bei Anwendung von Schutzmitteln, Impotenz, weil ein Akt mißglückt ist usw., aber ohne den psychologischen Wurzeln des Leidens nachzugehen. Freuds Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens und die anderen Erkenntnisse, mit denen Freud die Wissenschaft bereichert hat, erwähnt er nicht.
Wenn wir aber seinem Rufe nach Prophylaxe beistimmen wollen und das müssen wir wohl — wir werden sogar den Beginn der prophylaktischen Bestrebungen noch weiter zurückverlegen, als er —, so entsteht die ernsthafte und einer eingehenden Bearbeitung würdige Frage, inwieweit die Freud sehen Lehren geeignet sind, in den Dienst der Volksaufklärung und Erziehung gestellt zu werden. Von Seite der Fachliteratur wird der psychanalytischen Wissenschaft schon jetzt der Vorwurf gemacht, daß sie sich zu sehr popularisiere; anderseits kann die Wünschbarkeit ihrer praktischen Verwertung in Erziehung und Leben nicht geleugnet werden. Vielleicht übernimmt einmal eine berufene Feder die Beantwortung dieses Problems.1)
Margarete Stegmann