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Blüher, der sich mit der Erforschung der erotischen Wurzeln der Wandervogelbewegung beschäftigt hat („Die deutsche Wandervogelbewegung als erotisches Phänomen“ von Hans Blüher), knüpft an an eine Arbeit W. Stekels über „Larvierte Onanie“ und verbindet dessen Schlußfolgerungen mit den Resultaten seiner eigenen Forschungen zu einem Versuche, die Ergebnisse zu psychosanitären Forderungen zu formulieren. Die Homosexualität ist das Endstadium einer langen Inversionsreihe, die von Null bis Unendlich aufsteigt. Die Reihe umfaßt alte Grade von Freundschaft bis zur gleichgeschlechtlichen Vereinigung. Je höher der Prozentsatz der Inversionsneigung, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts. Der Mechanismus seiner Entstehung ist folgender: Die Triebverstärkung in diesen innigen Freundschaften, die wir in organisierter Form namentlich in Jugendbünden (Wandervogel!) finden, ist mit einer Triebschwächung gegen das Weib verbunden; in den Individuen taucht deshalb die Frage auf, ob da nicht eine Verbindung mit der Homosexualität bestehe; das Bewußtsein weicht aus, es setzt die Verdrängung ein und das Resultat ist die Kompromißbildung der neurotischen Einschläge, der nervöse Charakter. Die Abwehr kann bis zum „Verfotgungstyp“ führen, der den Schauplatz des Kampfes aus seinem Inneren heraus in die Außenwelt projiziert und sich in der Verfolgung anderer, die im Verdacht der Freundeserotik stehen, austobt.
Verfasser zählt zu den Menschen mit verstärkter Inversion — zwischen 0 absolut heterosexuell, und unendlich = ausgesprochen homosexuell —,