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Wir begegnen bei Goethe einer Bemerkung, die an Freuds Gedankengang in der „Psychopathologie des Alltagslebens“ erinnert. In „Wilhelm Meisters theatralischer Sendung“, der ältesten Form von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“, die 1910 aufgefunden wurde, äußert sich Goethe, den inneren Zustand Marianes schildernd, unter anderem folgendermaßen:
„Wilhelms Verehrung und Herzlichkeit machte sie (Mariane) anfangs verlegen. Sie hatte in ihren ersten Jahren gar zu bald die kindlichen Freuden der Liebe von sich weggescheucht gesehen, sie war so mancher Erniedrigungen bewußt, denen sie sich in den Armen eines und des anderen hatte hingeben müssen, auch gegenwärtig opferte sie sich den heimlichen Vergnügungen eines reichen und unausstehlich platten Muttersöhnchens auf, und da sie von Natur eine gute Seele war, ward's ihr niemals recht wohl, wenn Wilhelm ihr die Hand mit treuem Herzen hielt und küßte, wenn er ihr mit dem