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Der Hinschied Prof. Dr. Dürrs bedeutet einen schweren Verlust nicht nur für die von ihm vertretenen Fächer, die Philosophie, Psychologie und Pädagogik im allgemeinen,1) sondern auch für die psychoanalytische Forschung im Besonderen. Durch seinen kritischen Scharfsinn, seine tiefdringende Gabe, verwandte Erscheinungen in ihrer Zusammengehörigkeit zu durchschauen, seine immense Belesenheit und schöpferische Arbeitskraft hatte er sich einen angesehenen Namen geschaffen. Seine Werke über die Aufmerksamkeit, seine Einführung in die Pädagogik, seine Erkenntnis-heorie, seine Ethik, seine um einen inhaltsreichen Anhang vermehrte Bearbeitung des Buches von Busse über Leib und Seele, seine Neuausgabe zweier Lehrbücher der Psychologie von Ebbinghaus, dessen unvollendetes großes Werk Dürr um einen stattlichen Band bereicherte, bilden ein Lebenswerk, das in solcher Ausdehnung vie lleicht kaum jemals von einem nur 35jährigen Manne geleistet worden ist. Dabei hatte er sich eine erstaunliche Lern- und Entwicklungsfähigkeit gewahrt und besaß die Kraft, nicht nur zur herrschenden Ansicht, sondern auch zur selbstvertretenen Lehre in Gegensatz zu treten, wenn es die Wahrheit gebot. Daher durfte die pädagogische Psychoanalyse, deren Prinzipien er nach anfänglichem Widerstand, ja nach schwerem Kampfe als richtig anerkannt hatte, großes von ihm erwarten. Er besaß reichlich manches, was den meisten von uns fehlt, und wir hätten uns gerne zu den Füßen eines so ausgezeichneten Mannes gesetzt. Mit ihm sind wir um eine große und schöne Hoffnung ärmer geworden.
Anfänglich lehnte er, wie fast jedermann, die Psychoanalyse rundweg ab: „Es ist zu hoffen, daß solche Erklärungen, die mit den Dogmen der Freudschen Schule und mit noch weniger wahrscheinlichen Hypothesen über das Sexualleben arbeiten, möglichst kritisch aufgenommen