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Im folgenden möchte ich auf einen Vorgang von biologisch grundlegender Bedeutnng hinweisen, der zu dem in der Psychoanalyse wohlbekannten Verdrängungsvorgang eine bemerkenswerte Ähnlichkeit aufweist.
Es ist bekannt1), daß bei Kreuzung von Tieren und Pflanzen, die sich bezüglich eines Merkmals unterscheiden, in den Nachkommen der Charakter des einen Elternteils ausschließlich zum Vorschein kommen kann2), es „dominiert“ über die andere „rezessive“ Anlage,
Daß die rezessive Anlage auch vorhanden ist, wenn auch in einem latenten Zustand, beweist, daß in der zweiten Generation auch das rezessive Merkmal zum Vorschein kommt.
Die Dominanz ist nicht immer vollkommen, der latente Zustand verrät sich manchmal durch Spuren3), ein andermal kommt es zu ausgesprochenen Zwischenstufen4), wobei die beiden elterlichen Merkmale bald zu einem homogenen neuartigen Charakter zusammenfließen, bald mosaikartig5) nebeneinander bestehen.
In diesen Zusammenhang ordnet sich zwanglos die schon früher bekannte Tatsache der bisexuellen Veranlagung ein; jedes Individuum enthält latent auch die Anlagen für das andere Geschlecht.6)
Ich möchte nur noch auf den sogenannten „Dominanzwechsel“7) hinweisen, bei dem während des individuellen Lebens die latente Anlage zum Vorschein kommt und dominierend wird.