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Auf die Bedeutung der Ohrmuschel und des äußeren Gehörganges als erogene Zone wurde ich vor mehreren Jahren durch eine Beobachtung aufmerksam, die ich hier zunächst mitteilen will.
Ein Neurotiker litt an eigentümlichen „Anfällen“, die sich täglich zehn bis zwanzigmal und selbst öfter einstellten. Im Laufe der lungdauernden psychoanalytischen Behandlung konnte ich diese Zustände oftmals beobachten. Der Patient sprang etwa während eines Gespräches plötzlich auf, wurde bleich, griff mit beiden Händen nach seinen Ohren, lief dabei zur Tür des Zimmers, steckte dann unter Zeichen der heftigsten Erregung den Zeigefinger der rechten Hand in das rechte Ohr, um ihn nun heftig darin auf- und abzustoßen. Dabei verzog er sein Gesicht wie zur höchsten Wut, krümmte sich und stampfte mit den Füßen, bis die motorische Entladung unter keuchenden Atemzügen ihr Endo fand. Der Patieut ließ Bich dann orschöpft niedersinken. Nach wenigen Augenblicken war er wieder im stände, den vorherigen Gedankengang fortzusetzen; nur die unmittelbar vor dem Anfall gesprochenen Worte mußte ich ihm jeweils in die Erinnerung zurückrufen. Während des Anfalles war das Bewußtsein stets getrübt. Der Patient hatte das Gefühl, nach dem Anfall aas einem veränderten Zustand in die Wirklichkeit zurückzukehren. Er wußte hernach jedesmal, daß auf der Höhe der Erregung ganz bestimmte Gedanken auftauchten, doch vermochte er sich dieser niemals hu Eiuzelnen zu entsinnen. Die Analyso dieser Anfälle, die hier nicht ausführlich mitgeteilt werden soll, ergab unter anderem, daß im Beginn jedes Anfalles ein intensiv juckendes Gefühl im Gehörgang auftrat, dessen sich der Patient unter allen Anzeichen großer Erregung entledigte. Für ihn waren diese Anfälle ein Surrogat gewisser, ihm versagter Arten der Sexualbetätigung. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, daß die geschilderten Anfälle und die meisten anderen Krankheitserscheinungen einmal für Monate verschwanden. Der Patient hatte damals ein junges Mädchen kennen gelernt