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Bekanntlich hat die Psychoanalyse in der letzten Zeit besonders starke Angriffe von der akademischen Psychologie sowohl, als von der breiteren Tagespresse über sich ergehen lassen müssen. Eine besondere Erregung machte sich bei dem Kapitel der Sexualität des Kindes bemerkbar. Wenn man nach der einen Richtung hin die zahlreichen Vorwürfe zusammenfaßt, so kommt man ungefähr auf folgende Formel: Die Psychoanalyse wittere überall Sexualität, und wo es sich bei Kindern um den ganz natürlichen und allbekannten Beschäftiguugstrieb handle, lege sie immer sexuelle Motive unter. Das heißt also, man glaubt an die Existenz eines besonderen, spontanen und nicht mehr zerlegbaren Spiel- oder Beschäftigungstriebes, der dem Menschen nach Art der eingebornen Ideen mitgegeben sei, und der es ermögliche, die meisten psychischen Vorgänge im Leben des Kindes zu verstehen. Wir dagegen gestatten uns zu sagen: das, was man Spiel- oder Beshäftigungs „trieb“ nennt, ist keineswegs ein Einfaches und Unzerlegbares im Sinne eines Atomon, sondern ein bereits kompliziertes Gebilde, das der Analyse unterworfen werden muß. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren kehrte ich in das Haus einer mir verwandten jungen Pastorenfantilie ein. Das Ehepaar hatte einen etwa drei- bis vierjährigen Knaben von großer Intelligenz. Wir saßen mit einigen anderen Bekannten am Tisch, und auch der Kleine hatte dort seinen Platz. Kr wurde hin und her gefragt und hatte auch Interesse an dem Gespräch der Erwachsenen. Da auf einmal lenkt etwas anderes seine Aufmerksamkeit ab. Auf