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In dem wissenschaftlichen Streit, der seit der psychoanalytischen Aufdeckung der Traumsymbolik um die Existenz und den Geltungsbereich symbolischen Denkens in unserem eigenen Seeleuleben geführt wird, erscheint es uns zweckmäßig und wertvoll, neben den uralten mythologischen Überlieferungen, die manchem das Vorkommen symbolischer Ausdrucksmittel nur für die längst vergangenen Zeiten zu bestätigen scheinen, auch das Zeugnis der uns näher stehenden oder gar in unserer Mitte lebenden Dichter sprechen zu lassen, die sich ja auch in der Grundauffassung des Traumes als unsere Bundesgenossen erwiesen haben. Die Sammlung solchen Materials soll es im allgemeinen vermeiden, auf die Genese und die tieferen Zusammenhänge der Symbolbildung und Symbolbedeutung einzugehen, ja vielmehr diese höchst wichtigen zum größten Teile noch ausstehenden Arbeiten vorbereiten und ermöglichen helfen. Es eignen sich daher nur solche Beispiele, die ohno Heranziehung einer Deutung oder besonderer Zusammenhänge an sich schon verständlich und beweiskräftig scheinen. Zur Fortführung dieser Sammlung sind auch kleinere Beiträge, ja selbst einzelne Beispiele willkommen, die in einen größeren Zusammenhang eingereiht vollen Wert und Beweiskraft erhalten.
„Die Städte, die der König eingenommen.“ Kassander (zu einer Frau):
Es kann auch einen andern Sturm bedeuten
Und eine andere Ergebung auch! Die Frau:
O man kann alles deuten wie man will!
Karl Federn, Philipps Frauen.
In einer fleißigen und wertvollen Arbeit hat Reinhold Köhler (Kl. Sehr. III. S. 371 u. ff.) unter obigem Titel das typische Bild einer als Braut aufgefaßten Stadt, welche ein Eroberer einzunehmen hofft, durch die „deutsche volkstümliche Poesie besonders des 17. Jahrhunderts“ verfolgt.
Er weist zunächst daraufhin, daß schon dem Orient und den spanischen Arabern dieses Bild höchst geläufig war. Eine altspanische Volksromanze (aus der Sammlung von 1550) führt den König Juan vor, wie er angesichts von Grana la sagt, er möchte die Stad