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Dieser Aufsatz ist der Abdruck eines Vortrages, den Jung am 9. August 1913 in London gehalten hat. Der erste und längere Teil besteht in einer klaren Darlegung der Grundsätze der Psychoanalyse und Jung weist die beiden Einwendungen zurück, daß die Methode nichts anderes als eine sorgfältige Anamnese sei und die Behandlung nur auf Suggestion beruhe. Er verteidigt überzeugend die Stichhältigkeit der Deutungen des angesammelten psychischen Materials und vergleicht damit das geordnete Arrangement und die Gruppierung nach gemeinsamen Zügen, die jeder wissenschaftlich Arbeitende durchführt, nachdem er sein Beobachtungsmaterial zusammengestellt hat. Er betont die Wichtigkeit der Traumdeutung, wendet sich aber gegen „gewisse einseitige sexuelle Zu rückführ un gen der Wiener Schule“.
Er setzt nirgends seine eigenen Anschauungen jenen der psychoanalytischen Schule entgegen, aber dem Ende seinor Arbeit zu führt er Argumente ins Treffen, welche diese stillschweigend voraussetzen. Der folgende Traum eines jungen Mannes wird berichtet: „Ich ging mit meiner Mutter und Schwester eine Treppe hinauf. Als wir oben angelangt waren, wurde mir erzählt, daß meine Schwester bald ein Kind bekommen werde.“ Jungs Auseinandersetzung über diesen Traum zeigt sehr deutlich den Abstand zwischen seinen Ansichten über Psychoanalyse und jenen der Wiener Schule. Er beginnt mit der Inzestdeutung des Traumes und fügt dann hinzu: „Wenn ich sage, daß die Treppe ein Symbol des Scxualaktes ist, woher nehme ich dann das Recht, die Mutter, die Schwester und das Kind als konkret zu betrachten? Wenn ich, auf der Annahme fußend, daß Traumbilder symbolisch sind, einzelnen dieser Bilder symbolischen Wert zuspreche, welches Recht habe ich, andere Teile des Traumus von dieser Art des Vorgehens auszunehmen? Wenn ich also dem Stiegensteigen symbolischen Wert zuspreche, so muß ich auch den Bildern, welche die Mutter, die Schwester und das Kind darstellen, einen symbolischen Wert zusprechen. Deshalb habe ich den Traum ni