You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der um das Thema der männlichen Homosexualität bereits verdiente Autor zeigt hier die wertvolle Bereicherung seines Verständnisses der Inversion durch Freud. Insbesondere die unbewußte Homosexualität, auch ihr Anteil an den sozialen Trieben kommen in dieser Darstellung zu ihrem Rechte. Blülier unterscheidet drei Typen: 1. Den Männerhelden, der die Männlichkeit in Charakter und Habitus voll aufweist und die homosexuelle Befriedigung als die natürliche empfindet. Der Autor hält diesen Typus für normal, während Freud für die Inversion eine Entwicklungshemmung voraussetzt. 2. Den invertierten Weibling: eino Vergesellschaftung von Homosexualität mit starkem Einschlag ins andere Geschlecht. 3. Die latente Inversion, und zwar den Sittlichkeitsfanatiker fund den Paranoiker nach Freud). Unter Sittlichkeitsfanatikern versteht Blüher solche homosexuell Heranwachsende, die eines Tages über ihre Abnormalität erschreckend, sie unterdrücken wollen, den Weg zum Weibe mehr oder weniger zu finden suchen und eine fanatische Verfolgungswut gegen alles Invertierte (z. B. in der Wandervogelbewegung) aufweisen, wozu sie die Angst treibt, die unterdrückten Triebregungen entspricht.
Dr. Eduard Hitschmann.