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Man darf den Begriff des Unbewußten zweifellos für den wichtigsten Eckstein des Baues der psychoanalytischen Neurosenlehre erklären. „Wohl darum hat Freud, ein guter Baumeister, diesen Begriff so sorgfältig zu sichern gesucht. Und er steht bestimmter vor uns als die andern wichtigen Momente, als sein Korrelatsbegrift' der Verdrängung, als die Sexualtheorie, die Trieblehre u. a. m.
Die Freudsche Konzeption des Unbewußten ist bekanntlich enger als der Begriff des Unbewußten überhaupt, der eine lange Geschichte hat und in der zeitgenössischen Psychologie von verschiedenen Autoren in sehr verschiedener Weise definiert wird, worauf einzugehen wir hier keinen Anlaß haben. Freuds Unbewußtes sind nicht psychische Inhalte, von denen das Subjekt nichts weiß, sondern ein Psychisches, das durch den kontradiktorischen Gegensatz zum Bewußten ausgezeichnet, eine Reihe ihm allein eigentümbcher Züge hat: Seino eigene psychische Realität, seine Unusnrierbarkeit (was einmal gut als seine „Zeitlosigkeit“ bezeichnet worden ist), seine Freiheit vom Satze des Widerspruches (die Gleichwertigkeit von Position und Negation bei seinen Inhalten), die überwiegende Symbolhaftigkeit seines Ausdruckes etc. Nur ein solches Unbewußtes vermag den allgemeinen psychoanalytischen Formeln für die neurotischen Symptome Inhalt zu geben, nur auf seiner scharfumrissenen Plattform wird uns das „Negativ der Perversion“ zu einem wirksamen hinführenden Gesichtspunkt. Während das Unbewußte von dem wir nur aussagen können, daß es von uns nicht gewußt ist, uns auch kein Wissen über jene Phänomengruppe vermitteln kann.
Freud kämpft für das Recht der Psychologie, ihre Tatsachen durch ihre eigenen, ndäquaten Hilfsmittel zu erklären, ohne sich von einer physiologisch orientierten Gedächtnislehre beirren zu lassen.
Wenn ein der Psychoanalyse Nahestender, wie z. B. Bleuler, das Freudsche Unbewußte vom Unbewußten überhaupt nicht zu trennen vermag, so ist das durchaus nicht nebensächlich, wie er meint, sondern damit sinkt sei