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Ein junger Arzt, Dr. V. Demole in Genf, berichtet in der französischen Zeitschrift „Archives de Psychologie“2) ein sonderbares Erlebnis, das für den Psychoanalytiker durch mehr als ein Moment interessant ist. Demoles Erzählung lautet: „Eines Morgens im Oktober 1912 erwachte ich wie gewöhnlich und überließ mich, wie ich zu tun pflege, träge einigen Träumereien, als ich plötzlich die ganz deutliche, sichere und beängstigende Empfindung hatte, daß ein Kranker meines Dienstes gestorben sei. Sofort dachte ich an Nachprüfung; automatisch streckte ich den Arm gegen meinen Schreibtisch aus, der von meinem Bett aus erreichbar war, und notierte eilig alles, was mir seit meinem Erwachen durch den Kopf gegangen war. Dank diesen Notizen konnte ich meine geistige Arbeit rekonstruieren und verstehen, wo und wie ich psychologisch gesündigt hatte.“ Dies ist der Tatbestand, wie ihn Dr. Demole erzählt. Er gibt nun seine Notizen in ihrem Telegrammstil wieder: „Ich erwache, ich strecke mich aus, ein Augenblick Träumerei und plötzlich sage ich mir: Larin ist gestorben. Erstaunt zuerst über diese Neuigkeit, erstaunt hernach über meine Sicherheit, Warum bin ich dieses Ereignisses sicher? Ich habe dafür wirklich keinen Grund. Wäre das ein Vorhersehen? Oder vielmehr eine telepathische Empfindung? Da es eine Gelegenheit zur Nachprüfung gibt, fühle ich mich glücklich. Sogleich drängt sich die Literatur auf; Augenblicksvisionen, einander mit einer Geschwindigkeit folgend, die jeder Beschreibung spottet: Vaschide (brauner Umschlag der „Hallucinations telepathiques“) — James (Empfindung des Meeres, Anblick der Wogen) — Swedenborg (grüne Karte von Schweden und Norwegen) — Freud (gelbe Karte von Österreich; Wien ein schwarzer Punkt an der Donau;) sein Buch, die „Psychopathologie“, dessen Lektüre ich vor einigen Tagen beendet habe. Freud … unbewußt — rasch, daß ich mich analysiere (ich strecke die Hand aus, ergreife Papier und Bleistift). „Woran habe ich gedacht? Ich habe unmittelbar vor der Weissag