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Der Verfasser schildert in einem sechzig Seiten langen Aufsatz die Psychoanalyse eines typischen Falles von Konversionhysterie bei einer zweiundzwanzigjährigen Frau. Die Hauptsymptome waren Erbrechen, Krämpfe, oder an deren Stelle Aufälle von Paraplegie, hysterische Untertemperatur, Amaurosis
und Aphonie. Als die Patientin fünfzehn Jahre alt war, hörte sie von der geschlechtlichen Betätigung in der Ehe und wurde davon so erschüttert, daß sie mit ihrer Mutter ein Jahr lang kein Wort sprach. In dem darauffolgenden Jahre entdeckte sie, daß ihr Vater die eheliche Treue verletzte uud folgte ihm bei mehreren Anlässen, um die Wahrheit festzustellen. Im Laufe einer einmonatlichen Behandlung wurde die Erinnerung an eine Anzahl Traumen aufgedeckt, die sämtliche bis dahin vergessen gewesen waren: so war sie im Alter von zehn, dreizehn und achtzehn Jahren das Opfer von Augriffen geworden. Die früheste dieser Erinnerungen war, daß sie im Alter von sieben Jahren von ihrem Vater masturbiert worden war.
Die Psychoanalyse scheint wesentlich in der Entdeckung dieser Traumen bestanden zu haben und erinnert an ältere Forschungen der Freudschen und anderer Schulen (Janet, Prince usw.), bei denen der Erkundung vergessener Traumen soviel Gewicht beigelegt wurde, während die verdrängten Wunschphatasien von der Betrachtung ausgeschlossen blieben. Die Bemerkungen, die Verfasser am Schluß der Technik widmet, bestätigen die Vermutung, daß er den Ausdruck Psychoanalyse entschieden in einem erweiterten Sinne gebraucht. Um die vergessenen Erinnerungen wiederzuerwecken, hielt er die Augen des Patienten gewaltsam mit seiner Hand geschlossen uud begründet dieses Vorgehen damit, daß „die Widerstände, die entwickelt wurden, so stark waren, daß ich einfach die Geduld verlor“. Er beklagt sich über die Schwierigkeit, die er erfuhr, als er die Patientin veranlaßte, freie Assoziationen zu bilden: „Dieser Widerstand ist für die Analytiker äußerst entmutigend und lästig. Es ist so, als würde ein Patient sic