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Geschichte des Falles: Miß H., 22 Jahre alt, Lehrerin der Haushaltungskunde. Vorgeschichte bedeutungslos, außer daß die Patientin als zehnjähriges Mädchen auf den Kopf, u. zw. die rechte Stirnseite, mit einem Holzhammer geschlagen worden ist.
Jetzige Krankheit: Begann im Jänner 1912 mit Störungen des Gesichtssinnes und Parästhesie der linken oberen Eitremität. Taubheit und Kribbeln von der linken Hand zur linken Brustseite. Im August 1912 begannen epileptische Krämpte, die in Monatsintervallen auftraten, später häufiger wurden. Weitere Symptome waren intensives Kopfweh, Schmerzen in der linken Brustseite und im linken Arm, etwas Benommenheit und Abnehmen des Sehvermögens. Diagnose: Gehirntumor, rechte Schläfengegend.
Operation am 28. März 1913, Schädel oberhalb der rechten Schläfengegend geöffnet und ein Endothelioma in der Größe von 4·8 cm × 2·6 cm × × 4·6 cm vom parietalen Cortex entfernt.
Der für die Psychoanalytiker interessante Teil sind die auffälligen Änderungen im Geistesleben, welche der Operation nachfolgten. Diese wurden von Dr. Emerson beschrieben, einem Psychoanalytiker, der mit zwei großen Krankenhäusern Bostons in Verbindung steht.
An dem der Operation folgenden Morgen schien die Patientin besonders guter Laune zu sein, u. zw, wegen der plötzlich erworbenen Fähigkeit, geistige Bilder der Personen und Gegenstände in ihrem Zimmer zu machen (visuell zu denken). Sorgfältiges Untersuchen und Ausfragen ergab, daß es sich wirklich um etwas Neues bei ihr handelte. Ferner hatte sie geträumt und ihre Träume enthielten zum erstenmal visuelle Bilder, während sie bisher nur motorische, Gehörs- und Gefühlsbilder enthalten hatten. Eine sorgfältige Durchforschung ihrer früheren Geschichte während des Besuches der höheren Schulen und im übrigen Leben ließ durch objektive Daten feststellen, daß sie sicherlich nicht in den letzten Jahren (seit ihrem 8. Jahre) die Fähigkeit, visuell zu denken, besessen habe. Diese neugefundene Gabe erfüllte sie mit froher Erregung.
Emerson wi