You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Vortragende unterscheidet drei Methoden der Psychotherapie. „Bei der ersten tritt die persönliche Beeinflussung des Patienten durch den Arzt möglichst in den Hintergrund (Arbeitstherapie, Milieutherapie und ähnliche). Bei der zweiten ist diese Beeinflussung im Gegenteil die Hauptsache
Hypnotismus, rationelle Psychotherapie nach Dubois, Psychoanalyse. Als dritte kommt noch die larvierte Suggestion hinzu. Die ganze Aufmerksamkeit habe sich der zweiten zugewendet“. Nach einer kurzen Charakterisierung dieser drei Untergruppen wirft er die Frage auf, welche davon die leistungsfähigste sei. „Am vorsichtigsten drücken sich da die Psychoanalytiker aus. Sie erklären, daß sie nicht die Heilung, d. h. die Herstellung der Norm, sondern nur die Erreichung des Optimum, des für den Patienten günstigsten Seelenzustandes anstreben, und daß sie vor allen Dingen dem Patienten nicht nur Befreiung von der Krankheit, sondern auch vom Gängelbande des Arztes verschaffen wollen. Auf Grund eigener, wenn auch nicht sehr zahlreichen Erfahrungen glaubt der Vortragende der Psychoanalyse vor den beiden anderen Behandlungsarten den Vorzug geben zu können“. Daß auch Nichtärzte (Pfarrer, Lehrer) die Psychoanalyse praktisch ausüben, verwirft Veraguth nicht unbedingt, da dieser Wettbewerb „die Ärzte zu größerem wissenschaftlichen Eifer anzuspornen geeignet ist“.
Die nachfolgende Diskussion war schon in der Hinsicht interessant, daß das Interesse sich bloß auf die Analyse konzentrierte, obwohl der Vortragende auch alle anderen psychotherapeutischen Methoden und Ansichten gleichmäßig berücksichtigt hatte. Ein einziger Diskussionsredner äußerte sich völlig ablehnend gegen die Analyse; derselbe hatte aber nach dem Referate augenscheinlich wenig Erfolg dabei.
Jos. B. Lang.