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Die Liebeswahl des Mannes. Nietzsche: „Jedermann trägt ein Bild des Weibes von der Mutter her in sich; davon wird er bestimmt, die Weiber überhaupt zu verehren oder sie gering zu schätzen oder gegen sie im allgemeinen gleichgültig zu sein.“ (Menschliches-Allzumenschliches I, 380.)
Aus dem Briefwechsel zwischen dem Dichter Alfred de Musset und seiner Geliebten George Sand. Musset schreibt ihr: Tu t'étais trompé, ta t'es crue ma maîtresse, tu n'étais que ma mère; c'est un inceste, que nous commettions“. George Sand antwortet: „Tu as raison; notre embrasement était un inceste, mais nous ne le savions pas.“
In dem Romane „Pierre et Jean“ von Maupassant ist die Analyse Freuds, welche die Fixierung am „Dirnentypus“ auf die infantile Einstellung zur Mutter zurückführte, vorweggenommen und plastisch geformt. Pierre entdeckt, daß sein Bruder Hans die Frucht eines Liebesverhältnisses seiner Mutter ist.1) Nach der Entdeckung steht Pierre in eigentümlicher Weise seiner Mutter gegenüber, halb als gekränkter Sohn, halb als betrogener Gatte, woraus man noch die ursprünglich inzestuöse Phantasie des Kindes erkennen kann. „Pierre betrachtete seine Mutter, die gelogen hatte. Er betrachtete sie mit der Verzweiflungstat eines hintergegangenen Sohnes, der sich in seinen heiligsten Gefühlen betrogen fühlte, mit der Eifersucht eines blinden Mannes, der endlich den schmachvollen Betrug entdeckt. Wenn er, der ihr Sohn war, der Mann dieser Frau gewesen wäre, hätte er sie bei den Handgelenken gepackt, bei den Schultern, bei den Haaren zu Boden geworfen, sie geschlagen, gestoßen und zerstampft.“ Maupassant zeigt nun, wie diese Entdeckung allmählich die Wirkung hervorbringt, daß alle Frauen von Pierre als Dirnen angeschen werden. Da sein Bruder Hans sich verlobt, sagt Pierre höhnisch lachend zu Hans: „Ich lerne, wie man sich auf die Hörner vorbereitet.“ Die Mutter verteidigt die Braut. Pierre aber sagt: „Ha, ha, ha. Die Anständigkeit selbst. Alle Frauen sind die Anständigkeit selbst….