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Prof. Jelgersma über das Unbewußte. Von kompetenter Seite und an hervorragender Stelle hat die Psychoanalyse neuerdings eine Beurteilung gefunden, die wir als ein besonders erfreuliches Ereignis registrieren müssen.
Am Jubiläumstage der Universität Leiden hielt als derzeitiger Rektor der Psychiater Prof. Jelgersma die Festrede. Als Thema hatte er das Unbewußte gewählt.
Nach einem ausführlichen Zeitungsbericht vom 9. Februar besprach Jelgersma hauptsächlich Freuds Traumlehre in einer Weise, welche volle Beherrschung des Stoffes erkennen läßt. Er akzeptiert die Lehre als Ganzes und sieht in ihr eine besonders wichtige Errungenschaft für die Psychologie.
Ebenso rückhaltlos äußerte der Redner sich zu Gunsten der Neurosenlehre Freuds; er hält die Betonung der Sexualität in der Ätiologie der Neurosen für voll berechtigt. Er erkennt an, daß die verdrängten sexuellen Wünsche im Mittelpunkt der Neurose stehen und hebt am Schluß den gewaltigen Eindruck hervor, den die Wiederauffindung des Ödipusmotivs im individuellen Seelenleben auf ihn (Redner) gemacht habe. (Abraham.)
In der am 17. März 1914 erschienenen Nummer der „Daily News“, eines der größten englischen Tagesblätter, widmet Dr. William Brown, Reader (was etwa dem „Dozent“ der deutschen Universität entspricht) für Psychologie an der Universität London der Psychoanalyse und ihrem Begründer Freud einen höchst anerkennenden Aufsatz. Er bezeichnet es im Eingang seiner Erörterung als groben Laienirrtum, daß mit der Kenntnis des bewußten Seelenlebens die psychologische Forschung ihr Ziel erreicht habe. Der größte Teil der psychischen Vorgänge wurzle im Unbewußten, und darauf zuerst hingewiesen zu haben sei eben das Verdienst Freuds, der nach Ansicht vieler Gelehrten den Titel eines „Darwin der Seele“ verdiene. Der Aufsatz schildert dann in äußerst verkürzter, aber verständnisvoller Weise den Mechanismus der Fehlhandlungen und des Traumes und erläutert beide an einer Reihe teils eigener, teils aus den Schriften Freuds geschöpfter