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Der hier mitzuteilende Fall bezieht sich auf einen jungen Mann von 20 Jahren von großer Intelligenz und, für seine Jahre, bedeutender Bildung, ruhigem, besonnenem, etwas gehemmtem Wesen, verschlossen, zurückhaltend. Vor vier Jahren erfuhr ich von einem ganz merkwürdigen Ereignis, das sich mit Pat. zugetragen haben soll. Er stand damals vor dem Abiturientenexamen und die erste Prüfung war im russischen Aufsatz. Bei seiner geistigen Entwicklung und einer gewissen literarischen Begabung war es für ihn eine Leichtigkeit. Beim Examen gelang ihm der Aufsatz gut, er gab dem Lehrer ein dicht beschriebenes Blatt ab und ging auf seinen Platz zurück, um seinen Federhalter und sein Löschpapier zu holen. Hier merkte er in dem Abdruck, den das Geschriebene auf dem Löschpapier zurückgelassen hatte, einen groben orthographischen Fehler. Sofort erinnerte er sich an den letzten Erlaß des Ministers, wonach beim Examen der größte Wert auf grammatikalisch richtiges Schreiben der Abiturienten gelegt werden und ein einziger orthographischer Fehler das Nichtzulassen der Abiturienten zu den anderen Examinazur Folge habensollte. Er geriet in große Erregung, die mehrere Stunden dauerte, und alle Bemühungen der Eltern, ihn zu beruhigen, halfen nichts. Erregt schritt er zu Hause im Zimmer hin und her, ohne ein Wort zu sagen, am ganzen Körper zitternd. Es wurden Ärzte geholt, die ihm Brom und andere Beruhigungsmittel verordneten. Am nächsten Morgen, vor dem folgenden Examen, überfiel ihn wieder starke Angst und Aufregung und da stellte sich heraus, daß er alles, was er in den verschiedenen Fächern zum Examen wissen sollte, plötzlich ganz vergessen hatte.
Ich sah ihn ungefähr einen Monat nach dem Examen und es war an ihm zu jener Zeit nichts Besonderes zu bemerken. Er selbst gab für seinen Zustand folgende Erklärung: Er hatte in einem Lehrbuch der Psychologie von Jerusalem gelesen, daß es eine „Verdrängung“ gebe, die eine Amnesie zur Folge haben könne und glaubt, daß die Erschütterung beim Examen