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In einer jener beliebten Arbeiten, die ohne Gesichtspunkt gesammelte Notizen über Patienten eines Tages unter einem Gesichtspunkt verwerten wollen — behauptet Professor Pilcz, daß die Freudschen Voraussetzungen betreffs der Rolle der Masturbation, sexuellen Abstinenz usw. in dem von dieser Schule behaupteten Maße falsch sind: denn unter zirka 300 geistlichen Privatpatienten fand er nur 7 Psychoneurosen und nur die „konstitutionellen“ Neurastheniker klagten über stärkere Beschwerden durch Sexualabstinenz.
Was zunächst die Onanie anlangt, so führt Pilcz die Leser irre, die glauben könnten, Freuds Neurasthenie im engeren Sinne (vgl. dessen Beschreibung) gleiche dem verschwommenen vulgären Bild der Neurasthenie. Auch ist die Freud sehe Neurasthenie nur als Folge exzessiver Masturbation, also eine Eventualfolge der Onanie aufgefaßt. Hätte Pilcz die psychoanalytische Publikation über Onanie durchgelesen, so hätte er die Bedeutung der psychischen Beiträge zur Onanieschädlichkeit nicht übersehen können: Das Schuldgefühl, die soziale und Gesundheitsangst, in denen manche Psychoanalytiker die wichtigste Folge der Masturbation sehen, dürfte aber durch die Beichte gegenüber einem vermutlich gleichfalls onanieerfahrenen, leicht Absolution erteilenden Beichtvater, sehr zusammenschrumpfen. Eine leichte Neurasthenie mag für die oft geringen realen Ansprüche an den Kiosterasylisten gar keine Krankheit vorstellen. Anders draußen im Leben, wo volle Arbeits- und soziale Leistung verlangt wird. Die durch Onanie erzeugte Potenzherabsetzung ist für den Zölibatär — ein Vorzug; spätere Anforderungen an seine Liebeskraft erwartet er nicht. Daß übrigens ältere Menschen, deren Sexualapparat widerstandsfähig und darauf eingeschult ist, mäßige Onanie vertragen können, ist zweifellos; anders der unreife Sexualapparat.
Den Zusammenhang zwischen Psychoneurosen und Onanie zieht Pilcz hier irrtümlich heran: denn er bezieht sich nur auf die infantile Onanie; über die Kindheit seiner Geistlichen und Non