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Verfasser sammelte seine Erfahrungen an dem gleichartigen Krankheitsmaterial armer russischer Juden und zieht bloß Fälle von traumatischer Hysterie und von hysterischem, oder sogenanntem psychogenen Erbrechen, von Singultus, Miktionsanomalien u. dgl. (nach einem Ekel, Angst oder Erschrecken erzeugenden Erlebnis) in Betracht. Nicht die Form des Symptoms, — führt Verfasser aus — sondern das langwierige Festhalten an dem Symptom sei das Krankhafte; der Glaube an seine Unvermeidlichkeit sei dazu von größter Bedeutung. Vorbild des Symptoms ist entweder der normale „Ausdruck der Gemütsbewegung“, z.B. Erbrechen, Aufstoßen — durch Ekel: also ein biologisches Vorbild; oder die Form des Symptoms entspricht logischen Reaktionen: z. B. eine hystero-traumatische Armlähmung — der Angstvorstellung einer physischen Lähmung. Durch suggestive Maßnahmen tritt schnell Heilung ein; übrigens gaben die Kranken in kurzen Gesprächen die traumatische Veranlassung sofort preis.
Trotz ernster Bemühung des Autors sucht der Leser hier vergebens einen neuen Gesichtspunkt zum Verständnis der Hysterie, wenn er mit Freuds Arbeiten vertraut ist. Der Verfasser hat nur eine oberflächliche Kenntnis der „Studien über Hysterie“ von Breuer und Freud; die Rolle der psychosexuellen Momente, des Infantilismus, die Bedeutung des Unbewußten und seiner Symbolik, der Konversion, der erogenen Zonen, sowie die sekundären Krankheitsmotive, also die Fortschritte der Hysterielehre seit jenem Buch, sind ihm unbekannt. Trotzdem polemisiert der Autor gegen die Begriffe der Unterdrückung (Verdrängung) und das Abreagieren; mangelhafte Willens-trainierung zur intensiven Unterdrückung der Erregung — dies sei die Disposition zur Hysterie. Nie fragt er sich, warum das Treten auf einen krepierten Hund, das Attentat eines Mannes, vermutetes Eindringen von Räubern, ein nachsteigender Mann ein Mädchen so heftig erschrecken oder ekeln! Warum gerade dieses Mädchen! Wie es sich als Kind benahm? Welche Phantasien das schreckhafte Erleb