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Ein neues verdienstliches Werk in der Reihe der kulturhistorisch und sittengeschichtlich so wertvollen Publikationen des unermüdlichen Sammlers Eduard Fuchs, das aber diesmal, in der Person des Textverfassers Alfred Kind, mit besonderem Anspruch auf psychologische Wertung und Würdigung hervortritt. Während in den bisherigen Publikationen Fuchs das reichhaltige und übersichtlich angeordnete Material für sich selbst sprechen ließ oder durch zeitgenössische Literaturdokumente „illustrierte“, sollen hier zum erstenmal „bildliche Dokumente als eine systematische Grundlage der psychologischen Forschung“ herangezogen werden (S. 324). Ein solches Unternehmen ist an sich schon verdienstvoll, wenn auch die Ergebnisse nicht immer eindeutig und durchaus befriedigend ausfallen können. Zumindest scheint der Gesichtspunkt, unter dem der Verfasser seine Aufgabe betrachtet, richtig gewählt: er vermeidet — vielleicht noch mit etwas zu viel Antientrüstung — jede ethische Einschätzung sowie eine dem Material inadäquate soziale, wirtschaftliche oder nationale Betrachtungsweise. Es handelt sich ihm vielmehr „um eine psychologische Auseinandersetzung über den Sexualcharakter des Weibes, in zweiter Linie seines männlichen Gegenspielers“ (S. 9). Vielleicht wäre der für eine Gruppe von Bildnissen (Dolcefarniente) geltend gemachte Charakter: „Sie zeigen wie der Mann das Weib sich wünscht“ (S. 21), auf den überwiegend größten Teil des Materials auszudehnen und damit eigentlich der Standpunkt dabin zu verschieben gewesen, daß es sich um eine psychologische Auseinandersetzung über den Sexualcharakter des Mannes, in zweiter Linie seines weiblichen Gegenspielers handle. Tatsächlich wertet der Verfasser das Material vorwiegend in diesem Sinne, indem er den exquisit männlichen Charakter der masochistischen Einstellung mit Recht nachdrücklich betont. (Vgl. besonders den interessanten Abschnitt über den „politischen Masochismus“, „der in seinen Ausdrucksformen nahezu identisch ist mit dem erotischen M