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Ich beabsichtige in meiner Arbeit weder eine ausführliche Darstellung der Freudschen Psychologie noch eine eingehende und allseitige Kritik derselben zu geben. Das Ziel, welches ich mir gestellt habe, ist nur die Grundlinie der psychologischen Konzeptionen Freuds hervorzuheben, um eine erste allgemeine Orientierung in denselben zu ermöglichen. Deshalb hebe ich nur die für diese Psychologie charakteristischen Gesichtspunkte hervor und beschränke mich im kritischen Teile auf das Allernotwendigste.
Ich bin mir genau aller Nachteile bewußt, welche aus solcher Bearbeitung des Stoffes erwachsen, vor allem einer gewissen Oberflächlichkeit des Inhaltes und einer ungenügenden kritischen Vertiefung; doch scheinen mir mit der von mir gewählten Darstellungsweise auch einige Vorteile verknüpft zu sein, und zwar eine gewisse Einheitlichkeit und Durchsichtigkeit des Inhaltes, welche in einem ausführlichen, verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigenden und erschöpfenden Referat meist verloren gehen. Hier dagegen tritt der leitende Gedanke, welcher sich durch die reiche und komplizierte Gedankenwelt Freuds wie ein roter Faden zieht, viel deutlicher hervor, und auf die Hervorhebung dieses Grundgedankens kam es mir hauptsächlich an.
Ich hoffe in weiteren, diesem allgemeinen Vortrage folgenden Abhandlungen die einzelnen psychologischen Fragen, welche unberücksichtigt gelassen wurden, eingehender erörtern und kritisch beleuchten zu können.
Die Erforschung des psychischen Mechanismus der Neurosen ist zum Ausgangspunkt der Freudschen Psychologie geworden. Freud dehnte aber sein Forschungsgebiet, das sich zuerst auf psychopathologische Erscheinungen beschränkte, bald auf solche Äußerungen des normalen