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„Hiob antwortete und sprach: „Meine Rede bleibt noch betrübt, meine Macht ist noch schwach über mein Seufzen. Ach, daß ich wüßte, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhle kommen möchte und das Recht ihm vorlegen sollte und den Mund voll Strafe fassen und erfahren die Rede, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde! Will er mit großer Macht mit mir rechten! Er stelle sich nicht so gegen mich, sondern lege mir's gleich vor, so will ich mein Recht gewinnen. Aber gehe ich gerade vor mich, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht, ist er zur Linken, so ergreife ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.“
Buch Hiob 23. I—X.
Die Psychoanalyse konnte in den Träumen und Phantasien der Psychoneurotiker Todeswünsche, die sich gegen verehrte und geliebte Personen richteten, aufdecken und hat sie aus den ambivalenten Gefühlseigenheiten dieser Kranken erklärt. Die große Rolle, welche Todesgedanken und -wünsche im Seelenleben der Gesunden spielen, ist noch wenig gewürdigt. Ebensowenig die Verkleidungen und Entstellungen welche dergleichen Gedankenzüge anzuwenden pflegen, um ihre gefährliche Fracht nicht zu verraten. Meine Arbeit will ein Beitrag zur Ausfüllung dieser beiden Lücken sein.
Die meisten der folgenden Analysen wurden an einer Person, vorgenommen, an deren seelischer Gesundheit zu zweifeln ich keinen Grund habe: an mir selbst. Es würde kleinlich erscheinen, wollten wir Psychoanalytiker mit Selbstanalysen von Todesphantasien zurückhalten, nachdem unser Führer und manche seiner Schüler Analysen ihrer Träume preisgegeben haben. Das persönliche Opfer erscheint gering neben dem Gewinn, welcher der Wissenschaft aus solchen Aufzeichnungen erwachsen könnte. Man darf hoffen, daß der Leser über dem intellektuellen Interesse an diesen komplizierten Problemen vergessen werde, daß das analysierte Objekt der Analysierende ist.