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Ein 23jähriger Bauernbursche, der zum Militär eingerückt war — erkrankte nach einigen Monaten an Dementia praecox. Nach kaum vierwöchentlicher Behandlang wurde er aus dem Militärspitale ungeheilt entlassen. Nach seiner Heimkehr verbrachte er im elterlichen Hause nur kurze Zeit, da man ihn alsbald einer Heilanstalt überweisen mußte, wo er in meine Behandlung kam.
Das vom Kreisamte ausgestellte Zeugnis enthielt nicht viel von der Anamnese. Laut dessen nahm der Kranke alles in die Hand, besichtigte, untersuchte die Gegenstände, war fröhlich, doch reizbar und unfolgsam. Er lief oft in die benachbarte Gemeinde, griff die Angehörigen und auch Fremde an und bedrohte den Vater mit dem Messer.
Auf weitere Nachfrage erhielt ich eine Krankengeschichte aus dem Militärspitale; dieser war folgendes zu entnehmen:
Der Kranke bot vor seiner Internierung keinerlei Zeichen einer Geisteskrankheit. Bei der Kompagnie bezeigte er leichte Auffassung, war lustig, doch von gefestigtem Charakter.
Eines Nachts wurde er in Unterkleidern, in ein Leintuch gehüllt am Dislokationseingange angetroffen; aufgefordert, in sein Bett zu gehen, lief er in den Hof, kehrte aber von selbst wieder in sein Bett zurück.
Am nächsten Morgen schien er ganz normal, konnte jedoch über die Geschehnisse der Nacht keine Auskunft geben. Gegen Mittag fing er an von religiösen Dingen zu schwärmen, sagte, er sei der liebe Gott und könne nun über die Ereignisse der Nacht berichten, was er auch tat. Seine weiteren Reden ließen eine Geistesstörung vermuten, weshalb man ihn ins Spital brachte.
Auffällig war, daß er einige Zeit vor diesem Vorfall sich religiöse Bücher verschaffte, in welchen er sehr häufig las, wobei er oft krampfhaft geweint haben soll. Dabei klagte er oft über Brust-, Magen- und Kopfschmerzen, ohne daß sich ein organisches Leiden hätte feststellen lassen. Er habe sich auch wiederholt geäußert, er habe das Gefühl, als ob ihm eine Kugel aus der Magengegend aufsteigen würde. Auch in dem Truppenspital, wo er sich vorüb