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Der kleine Mischa war ein körperlich gesundes, lustiges, von seiner Mutter recht verwöhntes Kind. Die Mutter nannte ihn gewöhnlich Munia oder noch zärtlicher „Munitschka“. Dies sind im Russischen Abkürzungen von „Mamunia“, welch letzteres Wort eine Koseform von „Mamma“ ist. Der Name des ersten Liebesobjektes „Mama“ oder „Mamachen“ ist ein im Russischen durchaus gebräuchliches Kosewort, und zwar nicht nur Frauen, sondern auch Männern gegenüber.1) Gebildete Frauen brauchen diese Koseform nur für Kinder und hier hat es noch eine andere psychologische Begründung. So bittet z.B. die Mutter ihr Bübchen: „Geh, Mamachen, tue das mir zuliebe“. Sie fühlt sich so weit in ihr Kind hinein, daß sie es von ihrer eigenen Persönlichkeit nicht mehr unterscheidet. Besonders deutlich ist dieser Vorgang in Träumen von liebenden Müttern: hier ist das Kind regelmäßig „Wunschpersönlichkeit“ der Mutter, d. h. ein symbolischer Repräsentant ihrer selbst mit ihren eigenen körperlichen und geistigen Schmerzen, Wünschen und Befürchtungen.
Mischas Mutter empfindet ebenso für ihr Söhnchen, während der Knabe, teilweise auf Grund einer analogen Gefühlseinstellung der Mutter stets männliche Kosenamen erteilt. Ein Zug von Ironie „Du sollst auch ein Mann sein!“ ist dabei nicht zu verkennen. Mit Vorliebe nannte Mischa die Mutter eine Zeitlang bald „grauer Hase“, bald „diebischer Bub“. Beides sind charakteristische