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Einleitend stellt Bernheim einige bedeutende Hysterietheorien kurz dar: die Uterustheorie des Hippokrates, die Ansichten Lepois, Willes und Sydenhams über die Hysterie als eine Gehirnaffektion usw. Bernheim polemisiert gegen die Verallgemeinerung des Ausdruckes Hysterie und seine Anwendung auf ganz verschiedene Krankheiten. Die hysterischen Krisen sind nach Bernheim nicht anders als die Übertreibung gewisser alltäglicher Phänomene in psychoneurotischer Reaktion und auf emotionaler Basis. Unter dem Eindrucke bestimmter Emotionen sind wir alle in gewissem Maße hysterisch. Bernheim läßt als das Hauptsymptom der Hysterie nur die Nervenkrisen gelten; seit zwanzig Jahren hat er keine Stigmata in dem von den meisten Ärzten gebrauchten Sinne gesehen. Er glaubt überhaupt nicht an ihre Existenz und versichert, ihre Annahme beruhe nur auf suggestiven Fragen. Bernheim schließt mit der Bemerkung: der Hysterische hat weder physische noch seelische Stigmata, er hat eine besondere Impressionnabilität, welche bewirkt, daß gewisse Emotionen, die äußerlich oder innerlich begründet sind, bei ihm Krisen hervorrufen, welche die Autosuggestion produzieren und welche die Psychotherapie heilen kann.
Dr. Theodor Reik.