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Dieses umfangreiche Buch erscheint als XI. Band der von Dr. P. Langensch ei dt herausgegebenen „Enzyklopädie der modernen Kriminalistik“, eines großzügigen Unternehmens, für das dem Herausgeber und Verleger Anerkennung gebührt.
Die Arbeit selbst zerfällt in drei Hauptabschnitte: Psychopathie und Verbrechen; Psychopathie und Straf wesen; Die strafrechtliche Behandlung und Versorgung der kriminellen Psychopathen, von denen uns hier besonders der erste interessiert, der „eine Psychologie der psychopathischen Verbrecher zu geben“ beabsichtigt. Leider bleibt der in der Literatur wie an seinem Menschenmaterial gut orientierte Verfasser rein schematisierend und deskriptiv, so daß man zwar viel über das Wie, aber gar nichts über das Warum erfährt, das vielleicht den Kriminalisten erst in zweiter Linie, den Psychologen jedoch vor allem interessiert. Die auf Schritt und Tritt andrängenden Fragen nach dem Warum prallen unerhört von dem Damm einer festgewurzelten Terminologie zurück, die etwas zu erklären glaubt, wenn sie es mit einem Schlagwort umschreibt. Auffallend stark tritt in dem „psychopathischen“ Material — neben dem psychotischen und perversen — das neurotische Moment1) hervor und verlangt nach psychoanalytischer Aufdeckung seiner unbewußten Wurzeln, über die auch die Kriminalpsychologie auf die Dauer nicht hinwegsehen kann. Aber die aprioristische Negierung psychoanalytischer Befunde geht auch beim Verfasser noch so weit, daß er es auch dort nicht der Mühe wert findet, auf sie hinzuweisen, wo er unmittelbar mit ihnen zusammenstößt. So erwähnt er bei der Besprechung haftpsychotischer Zustände (S. 419 ff.), daß „am häufigsten der Wunsch Richtung und Inhalt dieser wahnhaften Gebilde bestimmt. Es sind Wunschvorstellungen, die auf diese Weise sich realisieren“. Entweder sind es rein phantastische Vorstellungen oder sie knüpfen an das tatsächlich Bestehende an: „Besonders ist es eine bestehende ungünstige Situation, welche ihnen solche wirklichkeitsverfälschende Wünsche nab