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Heilungen von schweren Katatonien sind Seltenheiten.1) Stets treten sie ohne Mitwirkung des Arztes auf und häufig ganz plötzlich. Eines Tages ist der Kranke, der bisher wie tot dalag, beweglich, nimmt an den Vorgängen der Außenwelt sichtlich mit Verständnis teil und die Symptome sind — bis auf mehr oder weniger große Rückstände — wie weggeblasen. Meist drängen dann die Geheilten und noch mehr deren Angehörige auf Entlassung aus der Anstalt und der Arzt bekommt sie fast nur bei einem eventuellen Rückfalle zu Gesicht.
Der Mechanismus der Genesung und von ihm zurückschauend der gesamten Erkrankung kommt daher kaum je zur Beobachtung. Mir wenigstens ist keine einzige, derartige Arbeit bekannt geworden. Man wird es daher entschuldigen, wenn ich an die Publikation der Katamnese Marie N.'s gehe. Trotz ihrer Unvollständigkeit. Denn einmal bin ich mir darüber klar, daß ich über die somatischen Vorgänge nichts weiß. Ich kann nur berichten, daß die Analysantin derzeit 23 Jahre alt, mittelgroß und von gesunden inneren Organen ist.
Ihre Muskeln weisen bei der passiven Bewegung eine leichte Rigidität auf; bei aktiver wird keine Erschwerung empfunden, wohl weil der Zustand seit vielen Jahren, zumindestens seit sechs (soweit liegt nämlich die schwere Psychose zurück) besteht. Besonders hervorstechend ist dieses katatonische Symptom in dem hübschen Gesicht, das hiedurch eine gewisse Starre erhält. Es erinnert, wenn ich einen Vergleich wagen soll, an die Köpfe eines Meunier, die mit breitem Messer aus der Bronze herausgeschnitten scheinen.
Die Pupillen sind gleich groß, kreisrund, reagieren auf Licht und Akkomodation ausgiebig, jedoch etwas verlangsamt.
Ferenczi2) hat in einer Arbeit mehrere Fälle von katatonischer Starre angegeben und sie als psychisch bedingt bewiesen. Ich glaube nun