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Im Verlaufe einiger psychoanalytischer Untersuchungen von Angsthysteriewurde meine Aufmerksamkeit auf eine Reihe von Träumen gelenkt, welche nicht nur für die Aufklärung der pathologischen Angst von Bedeutung waren, sondern auch an einen auffälligen Zug in der Simsonsage erinnerten.1) Ich werde zunächst die Träume und die ihnen zu Grunde liegenden, analytisch gewonnenen Traumgedanken mitteilen, und dann zu zeigen versuchen, in welcher Beziehung sie zu dem verborgenen Sinn des Mythus stehen.
Ein junger Mann litt jahrelang an einer Angsthysterie mit Schweift-anfällen, heftigem Erröten und Zittern der Hände. Während der Analyse produzierte er folgenden
Traum: Es schien ihm, daß er sein Haar verliere und kahl würde; er versuchte, das Kahlwerden zu verhindern und den Haarwuchs durch ein tonisches Mittel wieder herzustellen.
Die Analyse ergab Folgendes: Seit der frühesten Kindheit hatte Patient ein Gefühl von Ängstlichkeit und Minderwertigkeit, verschuldet, wie er glaubt, durch das autreizende Benehmen seiner Mutter gegen ihn. Infolgedessen fühlte er sich, im Verkehr mit gleichaltrigen Kameraden, immer gereizt. Um das achte Lebensjahr, als er bei verschiedenen Gelegenheiten mit einer um zwei Jahre älteren Schwester schlief, erwachte er im Laufe der Nacht mit dem Gefühl sexueller Erregung. Das führte zu exzessiver Masturbation und endlich, als er deutlich spürte, daß die Schwester seine Libido so reizte, trat eine Wendung der Masturbationsphantasien zur Homosexualität ein und später im Laufe der Reife masturbierte er mutuell mit gleichaltrigen Jünglingen. Schließlich wurde die Ablehnung gegen Mädchen unzweideutig und die Phantasien fixierten sich auf einen bestimmten Freund, eine Art von genuiner homosexueller Liebe. Um diese Zeit begannen die pathologischen Angst- und Errötungszustände im Gefolge von Versuchen, seine Homosexualität zu unterdrücken und zu verbergen. Anfangs traten die Anfälle nur in Gegenwart von Männern auf, weil er fühlte, daß sie um seine sexuellen Gedanke