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Auf Grund seiner Erfahrungen an neurotischen Jugendlichen im Sanatorium Dr. Birchers in Zürich stellt der Verfasser zwei Hauptgrundsätze auf, nach welchen der erziehende Unterricht neurotischer Schüler, die in psychoanalytischer Behandlung stehen, einzurichten ist, und berichtet in Kürze über die Art des Zusammenwirkens von seiten des Arztes und des Lehrers und Erziehers, das geeignet ist, das neurotische Symptom der Lernunfähigkeit zu beseitigen. In der ersten Hauptforderung, der Wiedererziehung des Zöglings zu Pflichterfüllung und Gehorsam begegnen wir den Leitsätzen, welche die großen Pädagogen der Aufklärungszeit aufstellten: das unerbittliche Bestehen auf einmal geforderten Leistungen. An dem Beispiel eines 15jährigen Gymnasiasten, dessen faules, widersetzliches Wesen in der Anstalt die Wiederholung der häuslichen Situation ist und im Grunde nichts anderes bedeutet, als die Aufmerksamkeit der Umgebung zu erzwingen zeigt Mensendieck, wie wichtig für den Lehrer die Kenntnis der „Reaktionsformel“ jedes einzelnen Schülers ist. „Wie diese in jedem einzelnen Falle entstanden und beschaffen ist, muß die Analyse ergeben. Aufgabe des erziehenden Unter-richtes aber ist es, die Furcht vor den Forderungen schwinden und die ver-trauensvolle Ein- und Unterordnung an die Stelle der eigensinnigen und unzweckmäßigen Lebenserhaltung treten zu lassen.“ Der Autor bringt hiefür ein sehr interessantes Beispiel eines 14jährigen Knaben (pag. 461), den die übergroßen Anforderungen des vom Sohne bewunderten Vaters, die Erwartungen der Mutter, die ihrem Gatten wenigstens scheinbar blind ergeben ist, nach erfolglosem Bemühen dahin bringen, daß er schließlich in der Schule vollständig versagt.
Die „Wiedererziehung“, die Mensendieck für notwendig hält, damit der Schüler nicht trotz der Analyse in der alten Gewohnheit stecken bleibe, darf nach seiner Erfahrung nicht auf Strafen und Strafarbeiten im alten pädagogischen Sinne verzichten. Die Bemerkung, daß das neurotische Kind durch ihre Leistu