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Bjerre gelang es in drei Stunden, eine seit zehn Jahren in ihren Hausarzt platonisch verliebte, sich aber ihrem Gatten eingestehende Frau von ihren ambivalenten Grübeleien und den zwangshaften um den Geliebten spielenden Phantasien zn befreien. Die Methode bestand darin, daß sich an die der Patientin mitgeteilte Deutung ihrer Liebe als Neuauflage ihrer Vaterliebe, ein Sermon anschloß, der ein Weitergehen „im Erschaffen ihres realen Daseins“ und Rückkehr in die Ehe empfahl: „Wenn sie auch bisher nicht die vollständige Befriedigung habe bringen können, so sei dies doch gar nicht für die Zukunft ausgeschlossen“ … „Wenn ihr Mann ihr mit Verständnis für ihr Leiden entgegenkomme, so werde er die Leere ihres Lebens ausfüllen können.“ Soweit ein dithyrambischer Brief an Bierre nach 1½ Jahren zeigt, war die Frau gesund geblieben. — Wir können Bjerre, der an derselben Stelle schon über eine Heilung einer Paranoia durch „Radikalbehandlung“ berichten konnte (die Diagnose wird allerdings angezweifelt!), nur beglückwünschen. Er möge sich aber eingestehen, daß der Erfolg vor Allem seiner Persönlichkeit, die als Vater-Imago den Geliebten ausstach, zu danken ist, und der das eklatante Argument von der Vaterliebeübertragung zustatten gekommen sein mag. Was sich dann in der Ehe und Lebensführung geändert hat, bleibt verborgen: wir wissen aber, wie oft das Triebmoment, Organisches, u. a. hinter den Kulissen hochtönender Phrasen und affektierter Gefühle die Akteure sind. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese sehr ethisch veranlagte Frau auch durch Dubois oder im Beichtstuhl zu heilen gewesen wäre — bei gleich großer Übertragung!
Bjerre benützt die Gelegenheit, um sich von der Psychoanalyse abzuwenden und der Jungschen Reaktionsbewegung anzuschließen, und wird bei seinem Furor sanans gewiß weiter Erfolge haben, namentlich in Fällen wie diesem, „wo die Krankheit noch nicht zur eigentlichen Symptombildung vorgeschritten war.“ So wünschenswert es erscheint, erfolgreiche Psychoanalysen in k