You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Von den im III. Bande des nunmehr vollständig vorliegenden Werkes von Rohleder behandelten Funktionsstörungen der Zeugung beim Manne (1. Krankhafte Samenverluste; 2. Die Impotenz des Mannes [impotentia coeundi] und 3. Die Sterilität des Mannes [impotentia generandi]) wollen wir hier nur, indem wir weitere Interessenten auf die Darstellung selbst verweisen, auf die Darlegungen über Masturbation und ihre Folgen, sowie die psychische Impotenz etwas näher eingehen.
Die für die Schädlichkeit der Onanie im Vergleich zum Koitus angeführten Gründe: frühzeitiger Beginn vor der Geschlechtsreife, leichtere und darum häufigere Ausübung, Anforderungen an das Phantasieleben sind gewiß zutreffend, ebenso die daraus folgenden Schäden somatischer Natur, wie für Gemütsbildung und Charakter (Heimlichkeitskrämer, Lügner usw.). Auch die psychische Depression des Onanisten, die den Abwehrkampf begleitet, wird — am treffendsten mit einem Ausspruch Griesingers — charakterisiert: „Jener Kampf gegen den Trieb, der schon übermächtig geworden, jenes stetige Unterliegen, jener verborgen gehaltene Zwiespalt zwischen Scham, Reue, gutem Vorsatz und zwischen dem gebieterischen Reiz ist nach nicht wenigen Geständnissen von Onanisten unbedingt wichtiger als das somatische Moment“ (S. 25). Aber über die Deskription dieser Tatsachen vermag auch die Darstellung Rohleders sich nicht zu erheben. Hätte er versucht, dies zu tun und wäre — wie die psychoanalytische Forschung1) — auf den Inhalt der Onaniephantasien eingegangen, so hätte er sich auch bei der psychischen Impotenz nicht mit der Auskunft zufrieden geben können, daß die Patienten impotent werden durch den Gedanken an Impotenz (S. 101), sondern weiter forschen müssen, woher diese Angst vor Impotenz stammt und was sie bedeutet.2) Mit dem Hinweis auf Schüchternheit, Unerfahrenheit, vorhergegangenen coitus interruptus und die durch Abstinenz — zweifellos — erworbene Unfähigkeit ist nicht viel geleistet, besonders wenn man den richtigen Hinweis von F