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Pfarrer Pfister bringt hier eine Entgegnung auf den Artikel, in welchem Schultz die Psychoanalyse angriff. Es ist zu sagen, daß diese Verteidigung
der Psychoanalyse deshalb so schwach und dürftig ausfällt, weil Pfistersich nur halb zu Freud bekennt und seiner Sache selbst nicht sicher ist. Ein zweiter Grund für die Unwirksamkeit seines Artikels liegt darin, daß er beständig nur seine eigenen Arbeiten als Beispiele der Anwendung der psychoanalytischen Methode auf religiösem Gebiet heranzieht, während in erster Linie Freuds so aufschlußreicher Artikel über „Zwangsneurose und Religionsübung“ sowie das letzte Werk „Totem und Tabu“ ins Treffen geführt werden müßten. In einer „Verteidigung“ der Psychoanalyse liest man mit Verwunderung folgenden Satz: „Es liegt mir daran festzustellen, daß ich 1. sehr viele wichtige Hypothesen Freuds offen ließ oder gegen sie Stellung nahm, obwohl ich Freud für einen der genialsten Entdecker auf dem Gebiete der Seelenkunde halte; 2. seine Sexualpsychologie großenteils ablehne …“ Pfister betont, er habe sich Mühe gegeben zu zeigen, daß „der Mensch keineswegs nur ein Sexualwesen höherer Ordnung“ sei, sondern daß ihm auch wirklich bunter Geistesreichtum und adelige Eigenart zukomme. „Nur taktlose Analyse kann das Schamgefühl verletzen. Wo Sexuelles zur Sprache kommen muß, handelt es sich immer nur darum, vorhandene Phantasien, soweit sie Schaden stiften, zu entfernen, und zwar so zartfühlend als möglich.“ Es ist doch selbstverständlich, daß der Arzt seine Patienten anständig behandelt! Gibt es in unserer Zeit Vorschriften für den Chirurgen, die Kranken nicht roh anzufassen? Man braucht die von Pfister auferlegte Vorsicht nicht einmal vom Standpunkte des Taktes zu nehmen, sie erledigt sich schon dadurch, daß das, was er Takt und Zartgefühl nennt, in seiner Betätigung einfach ein Stück der psychoanalytischen Technik ist.
Pfisters Stellungnahme zur Psychoanalyse in dieser Verteidigung versteht man erst, wenn man den Satz liest: „Im Gegensatz zu