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Freud hat gelegentlich darauf hingewiesen, daß der therapeutische Erfolg häufig ein Hindernis der Vertiefung der Analyse ist; ich konnte das in zahlreichen Fällen bestätigen. Schwinden durch die analytische Behandlung die lästigsten Symptome der Neurose, so kommt es leicht dazu, daß dem Kranken die noch nicht beseitigten Krankheitserscheinungen weniger qualvoll vorkommen, als die Fortsetzung der oft so harten und an Entbehrungen so reichen analytischen Arbeit. Wird aber die Medizin wirklich „pejor morbo“, so beeilt sich der Patient (meist auch durch materielle Rücksichten gedrängt), die Kur abzubrechen und wendet seine Interessen dem ihn bereits befriedigenden realen Leben zu. Allerdings hängen solche Halbgeheilte gewöhnlich noch durch Bande der Übertragung an ihrem Arzt; man erfährt, daß sie sich in etwas überschwenglicher Weise über die Kur und die Person des Arztes äußern, auch geben sie durch Ansichtspostkarten oder kleine Aufmerksamkeiten gelegentlich ein Lebenszeichen von sich, im Gegensatz zu jenen, die die Kur mitten im Widerstande abbrachen und sich in trotziges Schweigen hüllen. Auch die wirklich Hergestellten, bei denen die Übertragung zur Lösung gelangte, haben keinen Anlaß, sich um ihren Arzt viel zu kümmern und tun es auch nicht.
Es kommt nun vor, daß die „Halbgeheilten“ nach einiger Zeit wieder erkranken und die Analyse fortzusetzen wünschen. Es stellt sich dann heraus, daß innere oder- äußere Momente die auslösenden Ursachen der Rezidive waren; durch die das bei der Analyse nicht bearbeitete unbewußte Material gleichsam aktiviert und aus der Verdrängung gerüttelt wurde, Man kann auch sicher erwarten, daß bei Wiederholung der Analyse Dinge zur Sprache kommen werden, die bei der ersten keine oder nur geringe Rolle spielten.
Auffallend war mir nun, wie wunderbar schnell sich der alte Kontakt zwischen Arzt und Patient wieder herstellen kann. Ein Patient z. B., der sich nach der (unvollendeten) Analyse vier Jahre lang wohl befand, erinnerte bei der Fortsetz