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„Die Psychanalyse halte auch ich nicht für eine exakte, wissenschaftliche Methode, doch haben auch künstlerische Methoden, als Vorläufer der exakten, viel geleistet. Eine nicht völlig gesicherte Erkenntnis ist völligem Dunkel immer vorzuziehen,“ antwortete Stefan v. Máday am V. Kongr. f. exp. Ps., Berlin 1912, Dr. Lipmann, der vor der Psychanalyse warnte, da man „von ihr zwar auf gute Ideen, aber niemals auf wissenschaftliche Resultate kommen kann“. Diese beiden Sätze sind typisch für die Bewertung der Psychanalyse. Mag sich aber bei jenen Erklärungen der psychanalysiereude Arzt oder Erzieher auch völlig beruhigen können, da es ihm zuletzt eben nur auf gute Ideen oder gute Erfolge ankommt, so kann es doch der Psychologe noch lange nicht. Der heuristische Wert der Analyse ist mit jenen Sätzen zugegeben. Daß noch kein System der Fehlerquellen, keine Rangordnung der Teilmethoden der Psychanalyse ausgearbeitet ist, ihre Stelle im System der übrigen psychologischen Methoden noch nicht feststeht, liegt nicht an der Psychanalyse, sondern daran, daß die Therapie dessen nicht bedarf und die exakte, die wissenschaftliche Psychologie, diese neue Methode ablehnt, verachtet oder gegen sie protestiert. Es geht der Psychanalyse zuletzt, wie es jeder neuen Methode geht und wie es früher auch der experimentellen ergangen ist: Sie entdeckt neue Tatsachen und Zusammenhänge, die zunächst