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Der Verfasser greift aus den mannigfachen Schlafstörungen der Kinder die chronischen heraus, weil sie nach seiner Erfahrung ein besonders dankbares Objekt der Behandlung sind. Er unterscheidet Störungen des Einschlafens und solche des Schlafes selbst. Er geht davon aus, daß die Kinder, pedantische Gewohnheitsmenschen, auch beim Einschlafen individuelle Gewohnheiten beobachten. Werden diese einmal nicht eingehalten, bleibe der Schlaf aus. Die Bemühungen der Erwachsenen, das Kind nun doch einzuschläfern, sind ihm „gewöhnlich recht angenehm“ und es verlegt sich künftig darauf, sie zu erzwingen. Gewiß ein Stück Wahrheit! Wenn aber H. sagt, „daß wir uns im Einzelfalle über den feineren Mechanismus der Einschlafstörung nicht ganz klar werden können“, so ist dazu zu bemerken, daß die Literatur der Psychoanalyse ihn da wohl ein mächtiges Stück vorwärts führen könnte.
Die Störungen des Schlafes geschehen häufiger ohne Erwachen, seltener erwacht das Kind. Die ersteren führt H. alle auf Träume zurück. Er zählt dazu den Pavor nocturnus, dem Somnambulismus, die Jactatio capitis nocturna, Enuresis und Incontinentia alvi nocturna, das nächtliche Zähneknirschen, Krampfanfälle und seltenere Formen von Husten, Bauchschmerzen, Erbrechen, die er als Äquivalente des Pavor nocturnus bezeichnet. Alle diese Syndrome bezeichnet H. als oneirogen (‘OνειρΟσ-Traum). Er stellt sich den Verlauf so vor, daß sich ein schreckhaftes Erlelbnis der letzten Tage mit einer bestimmten Angstäußerung fest assoziiert, so daß es, im Traum immer wieder reproduziert, auch immer wieder die gleichen „Anfälle“ auslöse. Die Enuresis soll ebenso dem Traum, den Urin zu entleeren, entspringen. Seine Auffassungen sind etwas zu schematisch, machen auch vielfach den Eindruck des Konstruierten, nicht des vom Kranken Erfahrenen. Hie und da macht er Beobachtungen, die dem psychoanalytisch Geschulten vertraut erscheinen. Z. B.: Ein 4½ jähriger Knabe liegt stundenlang des Nachts wach. Auf die Frage: „Warum schläfst du nicht?“