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Der Verfasser zählt zu jenen Kinderärzten, die der Psychologie des Kindes verständnisvolles Interesse entgegenbringen, und hat sich damit schon wirkliche Verdienste erworben. Seinem Blicke konnte daher auch das häufige Vorkommen der Masturbation im Kindesalter nicht entgehen. Er berichtet über 26 Kinder bis zum 6. Jahre, darunter 18 Mädchen. Dieses starke Überwiegen des weiblichen Geschlechtes steht im Einklang mit den Angaben anderer Autoren, während der Referent die Zahl der onanierenden Knaben größer fand. N. stellt die Übereinstimmung her, indem er bei Friedjungs Material die „scheinbar affektlos an den Genitalien spielenden“ Knaben nicht mitzählt. Mit Unrecht, wie ich glaube! Ich habe nur solche Fälle mitgezählt, bei denen jenes Spiel zwanghaft und gewohnheitsmäßig war; die Erzielung des Orgasmus halte ich nicht für das entscheidende Kriterium. Neter konnte weder der neuropathischen Belastung noch der direkten Vererbung eine wesentliche Rolle zuerkennen. Die Kinder selbst boten meist das Bild körperlich Gesunder; nur ihr psychisches Verhalten soll schon vielfach ähnliche Erscheinungen geboten haben, wie sie erwachsenen Masturbanten nachgesagt werden. Trotzdem die Onanie von manchen Kindern exzessiv betrieben wird — jede Stunde, in einem Falle „immerzu“ — hält Neter die Prognose im allgemeinen für gut, soweit es sich um die Abgewöhnung handelt; ob man sich nicht auf Spätfolgen bei den Erwachsenen gefaßt machen müsse, kann er nicht entscheiden. Jedenfalls befürwortet er eine energische Therapie, insbesondere neben der strengen Überwachung geeignete Apparate. Es wäre zweckmäßig gewesen, hier einzuschalten, daß sich schwere Drohungen, insbesondere die der ablatio membri nach vielen Erfahrungen verbieten. Zum Schlusse gibt Neter eine nicht uninteressante Übersicht über die ältere Literatur.
Friedjung