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Wer die Veröffentlichung der ersten Hysterieanalysen Freuds, von der an die Psychoanalyse ihre Existenz datiert, aufmerksam verfolgt, wird die Bedeutung der Abwehrsymptome in der Kur nicht übersehen können. Immer deutlicher zeigte es sich, daß die Lehre vom Widerstand (und von der Übertragung), die sich aus der Beobachtung jener Abwehranzeichen entwickelte, zu einer der fundamentalen Erkenntnisse der Psychoanalyse wurde und Freud hat es erst kürzlich1) wieder ausgesprochen, daß ihm gerade dieses Moment neben und über den speziellen Ergebnissen der Analysenarbeit „für seine Überzeugung von der Neurosenätiologie entscheidend geblieben ist.“
Trotz dieser hohen theoretischen und praktischen Bedeutung des Faktors des Widerstandes hat er in der psychoanalytischen Literatur bisher verhältnismäßig wenig Behandlung erfahren. Wer weiß, wie viele Schwierigkeiten sich der Beschreibung einer einzigen, durchgeführten Analyse entgegenstellen, wird auch erkennen, daß die Verfolgung der Rolle des Widerstandes innerhalb des Verfahrens neben der Symptomen-und Traumanalyse sich einer gesonderten Darstellung entzieht. Zieht sich doch der Widerstand wie ein roter Faden durch die Analyse, ebenso schwer aus dem ganzen Gefüge lösbar wie dieser aus den Tauen der englischen Marine. Der Zweck der folgenden Bemerkungen, deren fragmentarischer Charakter schon in der Überschrift angedeutet ist, soll nur der sein, zur Diskussion über diesen für die psychoanalytische Lehre so wichtigen Begriff anzuregen.
Wollte man fragen, wie sich der Widerstand des Kranken äußert, so müßte die Antwort lauten: in allen jenen Hemmnissen, die sich der Restituierung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Patienten entgegenstellen. Diese Bestimmung bedarf indessen der Einschränkung: unter den Hindernissen gegen die Erreichung des erwähnten Zieles befinden sich auch äußere, z. B. die sozialen und pekuniären Verhältnisse, gewisse Familienbeziehungen, bestimmte Bedingtheiten des äußeren Lebens.