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Der Name des Autors dürfte einigen Lesern dieser Zeitschrift als der eines gehässigen Gegners der psychoanalytischen Richtung bekannt sein; seine in deutscher Sprache mitgeteilten Ansichten über die Psychoanalyse sind eigentlich Verdammungsurteile, deren Motivierung mehr an die Affekte als an den Verstand des Lesers appelliert. Ob nun der Verfasser seine Ansichten durch gehäufte Erfahrung einigermaßen geändert hat, oder ob ihn der Gebrauch der französischen Sprache dazu verführte (in der französischen Polemik werden die Gegner oft höflicher behandelt als die Anhänger, sagt er bei Gelegenheit): Tatsache ist, daß sich Kollarits in diesen flott geschriebenen und nicht uninteressanten Aufsätzen den Freudschen Anschauungen viel zugänglicher zeigt. Abgesehen davon, daß er die in der Psychologie unleidliche physiologisierende Terminologie seiner früheren Arbeiten, in denen es von „Tropismen“ und „Gehirnfunktionen“ wimmelt, diesmal vermeidet und sich mit psychologischen Kunstausdrücken bescheidet, läßt er sich auch herbei, die Freud sche Untersuchungsmethode in praxi anzuwenden, ja sie für brauchbar zu erklären, wenn es sich darum handelt, den unbewußten Wurzeln eines scheinbar undeterminierten Einfalles nachzuforschen. Seine Methodik nennt er „une sorte de psychoanalyse“ und hat darin vollkommen recht, da er doch die Grundregel der psychoanalytischen Untersuchung — die freie Assoziation — zwar anwendet, aber nur die ersten Einfälle in Betracht zieht, der Überdeterminierung aber nicht gehörig Rechnung trägt.
Auf diese Art konnte es ihm natürlich nicht gelingen, verdrängten Gefühls- und Gedankenkomplexen auf die Spur zu kommen; was er findet, sind nur vorbewußte, d. h. temporär beiseite geschobene, aber dem Bewußtsein stets zugängliche, meist auch nicht besonders affektbetonte psychische Gebilde.
Die erste Frage, die sich der Autor stellt, bezieht sich auf die Quelle jener visuellen Bilder, die sich bei der Vorstellung eines der Versuchsperson unbekannten Menschen, einer noch