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Der psychologische Fortschritt K.s seit dem Erscheinen seines Buches über „Charakter und Nervosität“ ist unverkennbar. Dieses Buch kulminierte noch in der Feststellung der psychologisch ganz unbrauchbaren Behauptung, daß „das Denken eine Funktion des Gehirnes ist“, daß „sein Studium zur Physiologie des menschlichen Nervensystems gehört“, daß „der Charakter im allgemeinen eine physikalisch-chemische Eigenschaft“ ist; es wird dann bei Gelegenheit behauptet, daß „zwischen dem Traum und der Nervosität (eines Patienten) gar kein Zusammenhang besteht“. In dieser Abhandlung dagegen arbeitet der Autor ausschließlich mit psychologischen Begriffen und untersucht die Träume statt mit chemisch-physikalischen, mit der Freudschen psychoanalytischen Methode; er anerkennt auch die Träume als bedeutsame und charakteristische Leistungen des Seelenlebens.
K.s Arbeit leidet aber an derselben mißverständlichen Auffassung der Freudschen Lehren, welche die meisten seiner kritischen Vorgänger kennzeichnet.
Der erste der beiden Aufsätze über den Traum führt den Titel: „Sur la participation des craintes de la veille dans le rěve“. In diesem unterzieht sich der Autor der überflüssigen Aufgabe, nachzuweisen, daß auch Befürchtungen an der Traumbildung beteiligt sein können. Diese Behauptung ist von Freud selbst aufgestellt und in seiner Traumdeutung mit Beispielen belegt worden. Freud wird nicht müde, zu wiederholen, daß die latenten Traumgedanken, die durch die Traumarbeit zur Wunscherfüllung entstellt werden und die nach der Analyse als hinter dem manifesten Traum versteckt gewesene Gedankenkomplexe erscheinen, mit allen möglichen Affekten behaftet sein können; ihr Inhalt kann Befürchtung, eine Warnung, Unmut, ängstliche Erwartung oder was immer sein. Nur vom manifesten Traum behauptete Freud, daß er eine wunscherfüllende Entstellung dieser Traumgedanken ist.
Die Tatsache also, daß bei der Analyse unlustbetonte Vorstellungsinhalte zu Tage treten, steht mit den Wunscherfüllungstheorien des Traume