You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Verfasser behandelt im längeren die Frage der Jugendkultur, Gustav Wynekens, des „Anfangs“ in philosophischer Beleuchtung, aber, wie mir scheint, nicht immer mit gleichbleibendem Glück. Was aber für den Sexuologen und Psychologen von Wert ist, das sind die Veröffentlichungen über die Erotik der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Diese stützen die meinigen, die ich vor Jahresfrist in meiner Erotik-Monographie über den Wandervogel herausgab. Während man damals mit ungläubigem Kopfschütteln darüber hinwegzugehen versuchte und auch teilweise recht ergrimmt war, scheint man allmählich die Sache ernst zu nehmen. Jedenfalls ist diese Schrift Hoffmanns eines der besten Anzeichen dafür. Daß sich gewisse charakteristische Gesellschaftsformen unter Männern, besonders unter Jugendlichen, keineswegs als durch geistige Interessen bedingt restlos aufklären lassen, sondern daß vielmehr das Triebhafte und Unwiderstehliche solcher Männerbünde seine letzten Ursachen in der sexuellen Inversion mit Einschluß der eigentlichen Homosexualität hat, diese Erkenntnis befreit sich jetzt allmählich immer mehr von den Widerbtänden, die gegen sie, meist von den Betroffenen selber, aufgerichtet werden. Das von Hoffmann präsentierte Material ist für den Psychiater und Arzt noch deswegen von besonderer Wichtigkeit, weil es nicht von Neurotikern und Dékadants stammt, sondern, wie der Verfasser ausdrücklich betont, von durchaus gesunden jungen Leuten. Auch das meinige stammte ja von solchen. Hiemit wird immer wieder die Frage angeschnitten, ob ein schließlich ganz zum Durchbruch gekommener invertierter Charakter, sich auf einen pathogenen Prozeß zurückführen läßt, oder nicht. Ist dies der Fall, so wäre die Heilungsfrage er wägbar, wenn nicht, so muß sie ausscheiden, und nur die Kultivierung kommt noch in Betracht. Es scheint mir nach meinen Erfahrungen nicht richtig zu sein, eo ipso und in allen Fällen von manifester Vollinversion, den pathogenen Prozeß als vorgefallen anzunehmen, und ich