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Ein 30jähriger Mann vom Lande, einziges Kind seiner Eltern und von Vater wie Mutter durch ein Übermaß von Liebe verwöhnt, schlief bis zum 9. oder 10. Lebensjahre stets zwischen ihnen in deren breiten Doppelbetten. Wie aus Träumen zur Evidenz hervorgeht, hat er den Geschlechtsverkehr seiner Eltern wiederholt belauscht und darauf mit Angst- und sexuellen Erregungszuständen geantwortet.
Er war auch lange Zeit ein starker Bettnässer. Seine Geschlechtsbedürfnisse hatte er verdrängt, so daß er scheinbar ganz asexuell lebte. Mit besonderer Innigkeit und Zärtlichkeit hing er an seinem Vater, wie überhaupt die homosexuelle Komponente jetzt am stärksten hervortritt und zu zahlreichen Freundschaftsbündnissen führte. Die fortschreitende Analyse deckte erst auf, daß den jetzigen Männerfreundschaften starke sexuelle Aggressionen auf eine Cousine, der Zärtlichkeit gegen den Vater jedoch eine frühe Kindheitsepoche vorausging, in der er gleichfalls geschlechtliche Angriffe gegen die Mutter versucht hatte. Erst nach der Zurückweisung durch diese wandte er sich definitiv dem Vater zu.
Aus seinem 4. bis 8. Lebensjahre erinnert er nun einige angeblich nicht sexuelle Angstzustände, die er folgendermaßen beschreibt: „Es waren schauerliche Zustände, die sich mir unauslöschlich einprägten und die ich noch heute vor mir sehe, als wären sie gestern geschehen. Einmal — ich mag fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein — waren meine Eltern zu Besuch im Nachbarhaus und ließen mich allein im Zimmer zurück. Allerdings schlief ich schon und der Mond schien hell ins Zimmer herein. Da klopfte ein Freund und Spielgenosse meines Vaters, ein Schmied mit schwarzem Vollbart, ans Fenster: „Na, was is Poldi, geh' mit!“ Das sagte er mit einer recht rauhen Stimme. Ich schrak aus dem Schlafe, sah zum Fenster und erblickte das rabenschwarze, bärtige Antlitz. Da der Schmied keine Antwort bekam, ging er wieder weg. In mir aber begann jetzt ein furchtbarer Aufruhr. Meine ganzen Nerven zitterten und bebten und sofort st