You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
I. „Der 21/2jährige Willy schläft im Zimmer seiner Mutter. Eines Abends, nachdem diese sich ins Bett gelegt hat, fragt er sie: ‚Mutter, was habe ich in der Hand?‘ ‚Was hast du denn?‘ ‚Den Pipi‘ (Penis)!“
In diesem Spiele ist wohl deutlich ein sexueller Verführungsversuch der Mutter von seiten des kleinen Willy zu erblicken. Derartige Verführungsversuche in infantiler Form sind bei Kindern nichts Seltenes, nur sind sie nicht immer so deutlich und ihrem eigentlichen Sinne nach zu erkennen.
II. „Der kleine Willy macht sich oft, sowohl bei Tag als auch nachts naß, worauf er von der Mutter ausgezankt wird, die ihm manchmal mit dem Abschneiden des Pipis droht. Als ihm eines Tages abermals dieses Malheur passierte, sagte sie ihm, er dürfe ihr den ganzen Tag nicht vor die Augen treten. Kurz darauf dachte sie gar nicht mehr daran und ging in den Garten. Da begegnete sie dem kleinen Willy, der ihr freudig entgegeneilte mit den Worten: ‚Weißt du, Mutter, ich habe keinen Pipi mehr. Ich habe ihn mir weggeschnitten und ihn der Köchin gegeben. Sie hat gerade Nockerl gemacht und hat den Pipi dazugegeben. Wir werden ihn heute beim Nachtmahl mit den Nockerln essen.‘ Er war tatsächlich in der Küche gewesen, hatte in die Gegend des Penis gegriffen und mit der Hand die Bewegung gemacht, als ob er den Penis in den Topf werfen würde.“
Diese Beobachtung verdient nach mehreren Richtungen gewürdigt zu werden. Vor allem zeigt sie einen hochbedeutsamen, in den Analysen der Erwachsenen regelmäßig vorkommenden, aber stark verdrängten und von den Patienten wie auch von wenig geübten Analytikern schwer akzeptablen Komplex in seiner unmittelbaren Entstehung und Wirkung am lebenden Objekt, und zwar i